Nicht Frust, sondern Lust

Wenn ich erkennen muss, dass ich meine Ziele nicht mit und innerhalb der SPD umsetzen kann, wird es Zeit zu wechseln.
Lokales
Bayern
18.11.2014
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Stadtrat Sebastian Macht kehrt der Fraktion der SPD den Rücken. Auch gibt er sein Parteibuch zurück. Er wechselt zu den Freien Wählern. Die Gründe für diesen Paukenschlag nennt er in einem Brief an die Marktredwitzer SPD-Vorsitzende Gisela Wuttke-Gilch.

Jeder politisch Verantwortliche sollte sich regelmäßig fragen, wie, wo und mit wem er seine Ziele und Inhalte am besten umsetzen kann, schreibt Sebastian Macht. "Dies war für mich fast 20 Jahre lang die SPD Marktredwitz. Eigene Beobachtungen und zahlreiche Gespräche mit langjährigen Weggefährten, Freunden, Parteimitgliedern und Kollegen aus dem Stadtrat haben mich davon überzeugt, dass ich meine Ziele und Inhalte für unser Marktredwitz nicht mehr innerhalb der SPD-Fraktion umsetzen kann."

Wichtig sind Macht eine Stärkung des Einzelhandels und der Einkaufsstadt Marktredwitz, "ein konsequenter Ausbau des Stadtmarketings und die Schaffung eines wirtschaftsfreundlichen Klimas und die Unterstützung der heimischen Wirtschaft und Industrie". Auch wünscht er sich ein "gemeinsames Handeln aller Akteure zum Wohle der Stadt".

Dabei stellt der 37-Jährige heraus: "Meine Entscheidung ist keine Entscheidung gegen die SPD, sondern eine Entscheidung für Glaubwürdigkeit und für Authentizität, die mir wichtiger sind als parteitaktisches Verhalten auf kommunaler Ebene." Bei Gesprächen mit den anderen im Stadtrat vertretenen Fraktionen und Gruppierungen habe er eine Stimmung der konstruktiven Zusammenarbeit, des Aufbruchs, der Dynamik und der Zukunftsgewandtheit gespürt. "Die Motivation meiner Entscheidung ist nicht Frust auf die SPD, sondern Lust auf Marktredwitz und das weitere Engagement zum Wohle unserer Menschen."

Ehre und Verpflichtung

Macht schreibt weiter: "Mein Ergebnis bei der Kommunalwahl im März 2014 ist mir Ehre und Verpflichtung zugleich. Verpflichtung, mich für meine Inhalte und Ziele zu engagieren, die ich in den kommenden Jahren glaubwürdig und nachhaltig verfolgen werde. Bei den Wahlen im März haben mir die Marktredwitzer Bürger erneut Verantwortung übertragen und ich habe diese Verantwortung angenommen, getreu dem Leitwort Willy Brandts: Wir sind keine Erwählten, wir sind Gewählte." Sebastian Macht will sich der Verantwortung stellen, "aber wenn ich erkennen muss, dass ich meine Ziele nicht mit und innerhalb der SPD Marktredwitz umsetzen kann, dann wird es Zeit zu wechseln".

Insbesondere die Monate nach der Kommunalwahl 2014 hätten deutlich gezeigt, "dass die Vorstellungen der SPD-Stadtratsfraktion und meine für eine gute Zukunft von Marktredwitz auseinandergehen".

"Nicht mein Weg"

Die SPD Marktredwitz habe mit der Wahl von Klaus Haussel zum Fraktionsvorsitzenden eine Richtungsentscheidung getroffen. Dazu Macht wörtlich: "Dieser Weg ist nicht mein Weg."

Er bereue keinen Tag seines Engagements innerhalb der SPD (seit 1995). "Deshalb ist es mir künftig wichtig, im Stadtrat mit der SPD-Fraktion für unser Marktredwitz zusammenzuarbeiten." Sebastian Macht hofft, "dass meine Entscheidung vielleicht auch dazu beitragen wird, dass die SPD Marktredwitz die Wahlniederlage aufarbeiten wird". Er persönlich stehe aber für ein "Weiter so!" nicht zur Verfügung. "Gerade in der Kommunalpolitik muss es um Inhalte gehen, nicht um die Farbe des Parteibuches." Deshalb wechsle er zu den Freien Wählern. Macht: "Da kann ich etwas vorwärts bringen, etwas bewegen."
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