Noch besser werden

Bayern-Trainer Josep Guardiola hat nur weitere Verbesserungen seiner Mannschaft im Kopf. Bild: dpa
Lokales
Bayern
18.12.2014
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Der Wunsch von Pep Guardiola für 2015 dürfte die ohnehin längst abgehängte Bundesliga-Konkurrenz beängstigen: Nach einem "super Jahr" wollen die Münchner noch besser werden. Freiburgs Coach Streich sieht die Bayern schon auf einem dominanten Weg à la Barcelona.

Gebannt verfolgte Pep Guardiola die Lasershow, wippte im Takt der Musik und freute sich über die Weihnachtswünsche auf Spanisch. Am locker-beschwingten Jubiläums-Abend, als seine Stars sich Weihnachtsmannmützchen aufsetzten und ein großes "Danke"-Plakat für die Fans auf dem Rasen zeigten, trieb den Bundesliga-Triumphator aber auch schon wieder die Gier nach weiteren Erfolgen. Selbst nach dem beeindruckenden Fußball-Jahr 2014 wünscht sich der Starcoach für das neue Jahr nur eines: "Besser spielen." Den bewundernd auf Guardiola schauenden Freiburger Trainer Christian Streich überraschte dieses Verlangen nicht. "Es gibt Ausnahmeerscheinungen, wie in der Kunst, wie im Fußball, wie in der Architektur. Und diese Ausnahmeerscheinung ist Pep Guardiola", schwärmte Streich.

Erfolgreichster Trainer

"Ich habe viele Spiele vom FC Barcelona gesehen. Und ich habe gewusst, dass es eine Fortsetzung geben wird bei Bayern München mit dem Trainerteam", prognostizierte der Freiburger Fußball-Lehrer nach dem 0:2 (0:1) gegen die "unfassbaren" Bayern. In seinem 50. Bundesligaspiel mit dem deutschen Rekordmeister bejubelte Guardiola seinen 42. Sieg - bei nur zwei Niederlagen. Der Katalane ist mit 2,64 Punkten pro Partie der erfolgreichste Trainer der Liga-Geschichte.

"Man spielt eigentlich noch fast besser als im letzten Jahr und das war schon extrem erfolgreich", pries Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge die Hinrunden-Leistungen der übermächtigen Münchner. "Die Spieltaktik von Pep Guardiola ist bekannt, sie war immer sehr dominant, das war schon in Barcelona der Fall und das hat er jetzt auch bei uns mit großem Erfolg eingeführt." Zum Leidwesen der schier chancenlosen Konkurrenz wollen sich die Münchner auch noch weiter steigern. "Natürlich können wir unsere Spielweise verbessern. In der Champions-League sind in der Endphase die kleinen Details entscheidend", warnte Guardiola und hielt sich wie Chefs und Spieler nicht mit den nächsten Rekorden auf.

31 Torschüsse wie am Dienstagabend auf das Gehäuse des starken Roman Bürki sind Baller-Bestmarke, nur drei Gegentore nach 16 Spielen gab es auch noch nicht in der Bundesliga. Und die Möglichkeit von einer Saison ohne Niederlage ist da. Rekorde und Bestmarken seien ihm egal, betonte Sportvorstand Matthias Sammer. "Damit kann man sich schlecht auf den Marienplatz stellen", erklärte er. Oberstes Vereinsziel ist im kommenden Jahr der Meistertitel, der schon kurz vor dem Hinrunden-Finale am Freitag in Mainz nur eine Frage der Zeit zu sein scheint. Außerdem liebäugeln die Bayern mit zwei Endspielen in Berlin, am 30. Mai im DFB-Pokal und am 6. Juni in der Champions-League. Erst einmal steht aber da die Achtelfinale-Aufgabe am 17. Februar (A) und 11. März (H) gegen Schachtjor Donezk an.

"Unglaubliche Hinrunde"

"Wenn du in der Champions-League mal einen schwachen Moment, eine schwache Halbzeit hast, kann etwas passieren", sagte Arjen Robben ganz im Sinne von Guardiola. Der Niederländer, der als erst vierter Fußballer in seiner Heimat zum Sportler des Jahres gekürt wurde, hatte die Münchner mit seinem 100. Pflichtspieltor im Bayern-Trikot in Führung gebracht (41. Minute). Thomas Müller (48.) legte schnell nach. "Es war ein super Jahr. Was mich richtig stolz macht, ist, wie wir jetzt die Hinrunde gespielt haben", erklärte Robben. Auch Bastian Schweinsteiger sprach von einer "unglaublichen Hinrunde. Die drei Gegentore sprechen Bände."

Das gut gefüllte Bayern-Lazarett ist durch den Ausfall von Innenverteidiger Mehdi Benatia (Leistenverletzung) für die Partie in Mainz und den Blessuren von Robert Lewandowski und Xabi Alonso (beide Prellungen) für die Partie in Mainz noch größer geworden. Aber selbst die vielen Ausfälle scheinen die seit 20 Liga-Spielen ungeschlagenen Münchner nicht zu stören. Passenden zum derzeit übergroßen Bayern-Selbstvertrauen endete am Dienstagabend auch die sechsminütige Lasershow, als mehrsprachig Weihnachtswünsche an die Bayern-Familie gesandt wurden: "Mia san mia" wurde in übergroßen Lettern auf den Rasen projiziert.
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