Nur noch eine Volkshochschule

Sachgebietsleiter Stefan Reichel (links) stellte dem Stadtrat die Zweckvereinbarung der Städte Marktredwitz und Selb zur VHS Fichtelgebirge vor. Nach und nach sollen sich auch die anderen Städte und Gemeinden des Landkreises anschließen. Oberbürgermeister Oliver Weigel (rechts) begrüßte diesen Schritt zu mehr interkommunaler Zusammenarbeit. Bild: jr
Lokales
Bayern
29.10.2015
1
0

Was lange währt - wird nun eins. Nach kurzer Debatte stimmte der Marktredwitzer Stadtrat am Dienstag für einen Zusammenschluss der Volkshochschulen Marktredwitz und Selb.

Über viele Jahrzehnte hinweg war die Volkshochschule Marktredwitz ein eminent wichtiger Bildungsträger für Erwachsene. Damit ist zum 1. Januar 2016 nicht Schluss. Allerdings gibt sie die Eigenständigkeit auf. Die Stadt Marktredwitz überträgt Verwaltungsaufgaben an die Stadt Selb. Beide Volkshochschulen schließen sich unter dem Dach der VHS Fichtelgebirge zusammen. In den Folgejahren sollen weitere Kommunen folgen. Die Entscheidung im Marktredwitzer Stadtrat war einstimmig.

Stefan Reichel, Sachgebietsleiter in der Marktredwitzer Stadtverwaltung, stellte die Zweckvereinbarung zwischen den Großen Kreisstädten Selb und Marktredwitz vor. Er erinnerte daran, dass die Gespräche zwischen beiden Volkshochschulen schon länger laufen. Derzeit gibt es im Landkreis Wunsiedel drei Volkshochschulen - neben Marktredwitz und Selb die, für die der Landkreis verantwortlich zeichnet. Im Zuge der interkommunalen Zusammenarbeit soll es nun künftig nur noch eine Volkshochschule (ähnlich wie im Landkreis Tirschenreuth) geben. Reichel sprach von einer fairen Lösung und hoffte, dass dadurch Kosten eingespart werden können. Er nannte Synergieeffekte und eine schlankere Verwaltung. In der Zweckvereinbarung ist festgeschrieben, dass die Stadt Marktredwitz auf eigene Kosten weiter eine Geschäftsstelle im Stadtgebiet unterhält. Ob dies freilich weiter in der Fikentscherstraße sein wird, ist noch nicht klar, wie Stefan Reichel auf NT-Nachfrage mitteilte. Die Stadt Marktredwitz verpflichtet sich, ein örtliches Programm anzubieten und dafür geeignete Unterrichtsräume zur Verfügung zu stellen. Weiter ist geregelt, dass sich Marktredwitz an den Kosten des Verwaltungsaufwands der VHS Fichtelgebirge beteiligt. Die Vereinbarung kann erstmals am 31. Januar 2018 mit einer Frist von elf Monaten gekündigt werden. Sie verlängert sich jedoch ohne rechtzeitige Kündigung. Die Zweckvereinbarung muss nun noch von beiden Oberbürgermeistern der Städte Marktredwitz und Selb unterzeichnet werden. Oberbürgermeister Oliver Weigel machte deutlich, "dass wir jetzt diesen letzten Schritt gehen müssen". Er sprach von einer sinnvollen und praktikablen Lösung. "Wir gehen jetzt in eine Probephase. Aber ich bin überzeugt, dass es funktioniert."

Klaus Haussel (SPD) gab zu bedenken, dass Marktredwitz eine Schulstadt sei und eigentlich Hochschulstadt werden wolle. "Die Erwachsenenbildung hatte immer einen hohen Stellenwert." Haussel fragte, ob das Angebot an Kursen für Marktredwitz weiter aufrechterhalten bleibe. Oberbürgermeister Oliver Weigel bejahte dies und sprach sogar von einer Erweiterung der Kurse für Marktredwitz. Stefan Reichel ergänzte, er könne sich nicht vorstellen, dass das bisher bewährte Angebot gekürzt werde. "Kurse, die in Marktredwitz waren, bleiben auch." Dies überzeugte Klaus Haussel: "Wenn das VHS-Angebot erhalten bleibt, dann stimmt die SPD-Fraktion dieser Zweckvereinbarung zu." Gisela Wuttke-Gilch (SPD) bat nach der Probephase um einen ausführlichen Bericht für den Stadtrat. Dies sicherte Oberbürgermeister Oliver Weigel zu.
Weitere Beiträge zu den Themen: Marktredwitz (7172)Oktober 2015 (8435)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.