Operieren statt weiter leiden

Betroffene Frauen haben heutzutage mehrere Möglichkeiten, wenn sie ihre Brust wieder aufbauen lassen wollen.
Lokales
Bayern
01.08.2015
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"Nicht nur für Brustkrebspatientinnen ist die plastische Chirurgie relevant", erläuterte Chefärztin Dr. Maria Dietrich. Es gehe grundsätzlich darum, Leiden zu verringern.

Dr. Maria Dietrich, Chefärztin des Brustzentrums und der Frauenklinik am Klinikum Fichtelgebirge, referierte in den Häusern Selb und Marktredwitz in der Vortragsreihe "Treffpunkt Klinikum" über "Moderne Techniken in der Brustchirurgie".

Mit bis zu 50 000 Neuerkrankungen pro Jahr in Deutschland sei Brustkrebs der häufigste bösartige Tumor der Frau - bei steigender Tendenz. Nach erfolgter Therapie stehe dann in vielen Fällen eine Brustrekonstruktion an, so die Referentin. "Betroffene Frauen haben heutzutage mehrere Möglichkeiten, wenn sie ihre Brust wieder aufbauen lassen wollen." Bei der sogenannten BET (brusterhaltende Therapie) handle es sich um einen chirurgischen Eingriff ohne komplette Entfernung der kranken Brust. Sie komme zum Beispiel bei einem abgegrenzten Tumor in Betracht, der kleiner als vier Zentimeter ist oder wenn die Achsel-Lymphknoten nicht befallen sind. Eine BET werde besonders sorgfältig interdisziplinär geplant, um ein optimales medizinisches und kosmetisches Ergebnis zu erhalten.

Aus dem Rückenmuskel

Bei einer subkutanen Mastektomie werde zwar das gesamte Brustdrüsengewebe entfernt, Haut und Brustwarze blieben jedoch erhalten und mit Implantaten "aufgefüllt". Die sogenannte "Latissimus-dorsi-Lappenmethode" werde weltweit wohl am häufigsten verwendet, wenn es um die Rekonstruktion der gesamten Brust geht. Dabei werde die Brust aus dem Gewebe des Rückenmuskels wieder aufgebaut, was eine konstante Gefäßversorgung und sichere Durchblutung gewährleiste. Auf dem Rücken bleibe eine quer verlaufende Narbe zurück.

Bei der "Free-Flap-Methode" verwende der Chirurg Gewebe aus dem Unterbauch zur Rekonstruktion der Brust. Auch die Brustwarze könne wieder rekonstruiert werden, erläuterte die Referentin. Dies sei dann die abschließende Komponente, die das Gesamtergebnis erst ästhetisch perfekt mache.

Doch nicht nur bei Brustkrebs helfe plastische Chirurgie: Auch angeborene Fehlbildungen oder Wachstumsstörungen, die eine Frau psychisch sehr belasten, könnten gut operativ korrigiert werden. Schließlich ging Dietrich noch auf das weite Feld der Brustvergrößerungen, Brustverkleinerungen und Bruststraffungen ein. In manchen Fällen - wenn eine Frau zum Beispiel wegen einer zu großen Brust unter chronischen Rücken- und Kopfschmerzen oder sogar einem Bandscheibenvorfall leide - würden die Krankenkassen die Operation bezahlen.

Fettabsaugung

Auf Anfragen aus dem Publikum erläuterte die Referentin zuletzt auch die Möglichkeiten der sogenannten Bauchdeckenplastik, die oftmals nach Schwangerschaft, starker Gewichtsabnahme oder bei Bindegewebsschwäche mittels Fettabsaugung und Entfernung des Hautüberschusses große Verbesserungen bringe.
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