Polizei setzt auf Präsenz

Lokales
Bayern
10.06.2015
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Um 147 auf 1955 Fälle gestiegen ist im vergangenen Jahr die Zahl der Straftaten im Dienstbereich der Polizeiinspektion Marktredwitz. Allerdings spielte dabei die "durchreisende Kriminalität" eine große Rolle. Zudem blieb die Aufklärungsquote auf weiterhin hohem Niveau.

Die Zunahme der Fälle spiegle den Trend in ganz Oberfranken wieder, wie Erster Polizeihauptkommissar Robert Roth in einer Pressemitteilung zur Kriminalstatistik erklärt. Trotz des Anstiegs seien die Zahlenwerte der Jahre 2010 und 2012 nicht erreicht worden.

Deutlich über dem Schnitt

"Die Aufklärungsquote hat sich in den letzten Jahren kontinuierlich gesteigert und liegt mit 77 Prozent deutlich über dem Spitzenwert des Landes Bayern mit 64,4 Prozent und dem Oberfrankens mit 69,9 Prozent", betont Roth. Beim Verhältnis zwischen der Anzahl der Einwohner und den begangenen Straftaten liege man über dem Bayern-Schnitt, was mit der Vielzahl an Durchreisenden zusammenhänge, die mit Rauschgift oder Waffen ertappt worden seien. "Hier manifestiert sich die erfolgreiche Arbeit der Fahndungsgruppen im Fahndungsschleier", so Roth. Von den 1316 ermittelten Tatverdächtigen waren 1012 männlich und 304 weiblich. Darunter befanden sich 22 Kinder, 92 Jugendliche und 157 Heranwachsende.

Während die Polizei bei der Diebstahlskriminalität insgesamt eine Zunahme um 24 auf 410 Fälle verzeichnete, gab es Rückgänge bei Diebstahlsdelikten rund ums Kraftfahrzeug sowie ein Absinken der Einbrüche in Dienst-, Büro- oder Werkstatträume. Fahrraddiebstähle stünden häufig in Zusammenhang mit der Drogenbeschaffungskriminalität. Sehr oft fehlten hier Spuren und Augenzeugen.

Sorgen bereiten der Polizei bundesweit und bayernweit die zunehmenden Wohnungseinbrüche. In Bayern wurde ein Anstieg um 28,6 Prozent registriert. Laut Roth agieren zum Teil überörtliche und gut organisierte Tätergruppen. "Die Prävention spielt in unserer Strategie eine große Rolle. Dass über 40 Prozent der Wohnungseinbrüche im Versuchsstadium stecken bleiben, zeigt, dass sich Investitionen in Sicherheitstechnik lohnen", bemerkt Roth.

Im Bereich der PI Marktredwitz spielten Wohnungseinbrüche aber keine besorgniserregende Rolle. Zwar gab es einen Anstieg von 8 auf 13 Fälle, der Anteil an der Gesamtkriminalität sei mit der Situation insbesondere in Ballungsräumen nicht vergleichbar. "Die Aufklärungsquote liegt mit 61 Prozent außergewöhnlich hoch. Die überführten Täter stammten im Schwerpunkt aus der Region", so Roth. Von einer Entwarnung könne aber keine Rede sein. Schnell könnte die Region in den Fokus von organisierten Tätergruppen geraten.

Appell an die Bürger

Robert Roth appelliert an die Bürger, verdächtige Personen oder Fahrzeuge so schnell wie möglich zu melden. Wichtig seien dabei das Kennzeichen, das Modell und die Farbe. Wahrnehmungen sollten am besten aufgeschrieben werden. "Kein Anruf ist überflüssig!"

Von einem Anstieg auf niedrigem Niveau berichtet Roth bei der Gewaltkriminalität. Mit knapp 90 Prozent sei die Aufklärungsquote sehr hoch. Roth sieht darin ein Ergebnis der Bemühungen der Polizei, Präsenz zu zeigen. "Auch die enge Zusammenarbeit mit Sicherheitsbehörden und den Veranstaltern zeigt hier neben einer konsequenten Ermittlungsarbeit Wirkung."

Mehr Sachbeschädigungen

Eine Zunahme registrierte die PI Marktredwitz auch bei Sachbeschädigungen an Kraftfahrzeugen und auf öffentlichen Straßen und Wegen. "Oft handelt es sich hier um alkoholbedingte Straftaten, insbesondere nach öffentlichen Veranstaltungen oder ausgiebigen Kneipenbesuchen", erklärt Roth. "Auch hier gilt: Je früher die Mitteilung bei uns erfolgt, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit einer Täter-Ermittlung."

Zugenommen haben auch die Fälle von Rauschgiftdelikten, wobei sich die sichergestellten Mengen insgesamt verringert hätten. Letzteres gebe jedoch keinen Anlass für Optimismus. Problematisch sieht Roth die zunehmende Beliebtheit von sogenannten "Legal Highs" - Drogen, die als Kräutermischungen oder in anderer vermeintlich harmloser Art und Weise deklariert werden.
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