Robert-Schumann-Philharmonie Chemnitz gastiert in der Bayreuther Stadthalle
Mozart und das Guinness-Buch der Rekorde

Einen begeisternden Konzertabend bot die Robert-Schumann-Philharmonie Chemnitz mit Dirigent Frank Beermann in der Bayreuther Stadthalle. Bild: Blaß
Lokales
Bayern
24.09.2014
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Es ist ein mehrfaches Gedenken, unter dem die neue Saison der Kulturfreunde Bayreuth steht. Da ist zum einen der 150. Geburtstag des Komponisten Richard Strauss sowie die Erinnerung an den Mauerfall vor 25 Jahren, zum anderen der 50. Geburtstag der Bayreuther Stadthalle, die aufwendig renoviert werden soll. Das Auftaktkonzert bestritt die Robert-Schumann-Philharmonie Chemnitz unter dem Dirigat von Generalmusikdirektor Frank Beermann. Es ist eine schöne Geste, in Erinnerung an den Mauerfall, dieses traditionsreiche Orchester aus den neuen Bundesländern nach Bayreuth einzuladen. Bereits 1833 durch Wilhelm August Mejo als Stadtorchester gegründet, erlangte die Formation zunehmend überregionale Bedeutung und wurde schließlich 1993 in Robert-Schumann-Philharmonie umbenannt. Das Programm widmete sich ganz den drei "Großen" der Klassik: Franz Schubert, Wolfgang Amadeus Mozart und Ludwig van Beethoven.

Auftakt war mit Schuberts Sinfonie Nr. 3 in D-Dur, deren Kompositionszeitraum er genau vom 24. Mai bis zum 19. Juli im Jahr 1815 datierte. Mit unheimlicher Präsenz gelang es dem Orchester von Anfang an, das Publikum in seinen Bann zu ziehen. Herrlich die tänzerische Leichtigkeit im Wechselspiel zwischen Oboe, Klarinette und Orchester sowie das gute Gespür für Dynamik und musikalische Zusammenhänge vor allem im volksliedhaften Allegretto.

Umjubelte Sopranistin

Dieser Abend gehörte zweifelsohne auch der viel umjubelten Sopranistin Julia Bauer, die sich schon früh im Koloraturfach wie auch als Interpretin von Neuer Musik einen Namen gemacht hatte. In wunderbarem Zusammenwirken mit der Philharmonie begeisterte sie in zwei leider selten zu hörenden Konzertarien von Mozart - nicht nur durch ihre lyrische und mühelos klingende Stimme, sondern vor allem durch die präzisen und atemberaubenden Koloraturen. Diese führten sie in der Arie "Popolo di Tessaglia" bis zum dreigestrichenen G - den höchsten Ton, der je für eine menschliche Stimme komponiert wurde und mit dem Mozart heute noch im Guinnessbuch der Rekorde steht.

Das Publikum belohnte die Sängerin mit tosendem und nicht mehr enden wollendem Applaus, ehe das Orchester mit Beethovens Sinfonie Nr. 6 F-Dur einen fulminanten Schlusspunkt setzte. In dieser "Pastorale", mit der sich Beethoven klar zu seinem innigen Verhältnis zur Natur bekannte, konnte das Orchester mit äußerster Präzision - vor allem in der Bläsergruppe - und vollendeter Ausdruckskraft in die an die Programmmusik erinnerten Sätze glänzen.
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