Umfangreiche Biografie über de Sade
Die Vermessung des Bösen

Lokales
Bayern
07.10.2014
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War der Marquis de Sade (1740 - 1814) ein Sadist, Verbrecher und Geisteskranker oder ein Aufklärer, ja ein Vorkämpfer gegen Triebunterdrückung und scheinheilige Moral? In dieser ersten De-Sade-Biografie aus der Feder eines Historikers beschreibt Volker Reinhardt auf der Grundlage zahlreicher Quellen aus dem 18. und 19. Jahrhundert die freigeistige, ausschweifende Jugend des schönen Marquis, seine ersten Experimente mit unschuldigen Opfern, die lange Zeit der Flucht und Gefangenschaft, sein Engagement in der Französischen Revolution und schließlich seine letzten Jahre in einem Irrenhaus.

Besonderes Augenmerk gilt dabei den philosophischen Romanen de Sades, in denen Männer und Frauen auf abgelegenen Schlössern sexuelle Konstellationen testen, auf grausamste Weise die moralische Widerstandskraft ihrer Opfer auf die Probe stellen, dabei über die Natur des Menschen räsonieren und so in Wort und Tat das Böse vermessen.

Am 2. Dezember 1814 starb de Sade, aber die Erinnerung an ihn ließ sich nicht auslöschen. In einem eindrucksvollen Schlusskapitel zeigt Volker Reinhardt, wie der "göttliche Marquis" von der Psychoanalyse über Nietzsche und die Kritische Theorie bis hin zu Surrealismus und Existenzialismus zu einer Schlüsselgestalt der Moderne geworden ist.

Zum Autor: Volker Reinhardt, geboren 1954, ist Professor für Geschichte der Neuzeit an der Universität Fribourg. Beim Verlag C.H. Beck erschienen von ihm unter anderem die erfolgreichen Biografien "Alexander VI. Borgia" sowie "Machiavelli oder die Kunst der Macht", für die er mit dem Golo-Mann-Preis für Geschichtsschreibung ausgezeichnet wurde.

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Volker Reinhardt: "De Sade oder die Vermessung des Bösen" (464 Seiten mit 60 Abbildungen, 26,95 Euro, Verlag C.H. Beck.
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