Unbekannte fackeln in Berlin das Fahrzeug der THW-Jugend ab
Es war einmal ein Jugendbus

Das Ende von "Herby". Unbekannte haben den THW-Jugendbus ist Berlin angezündet. Bild: hfz
Lokales
Bayern
23.11.2015
6
0
"Das ist so ein hilfloses Gefühl, dass wollen wir so schnell nicht mehr erleben", sind sich die sechs Teilnehmer der diesjährigen Bildungs-und Freizeitfahrt der THW-Jugend einig. Jan Hofweller, Hendrik Gallik, Luka Bauer und Franziska Sticht sind gemeinsam mit ihren Ausbildern Silke Späth und Florian Scholz in die Bundeshauptstadt gefahren, voller Freude auf ein erlebnisreiches Oktoberwochenende.

"Herbys" letzte Fahrt

Angereist sind sie mit dem THW-eigenen Jugendbus, ein treuer VW-Bus T4, der mit Hilfe des Fördervereins angeschafft und von allen sofort geliebt und "Herby" getauft wurde. Leider sollte die interessante Lehrfahrt die letzte für "Herby" sein: Unbekannte hatten in Berlin in der Nacht Feuer an den Reifen gelegt, das Fahrzeug brannte im Heckbereich sofort lichterloh. Die Ermittlungen hat der für politische Delikte zuständige Staatsschutz übernommen, der generell zuständig ist bei Behördenfahrzeugen. Bislang stand das THW, das aktuell an vielen Orten Flüchtlingen hilft, nicht im Fokus Zerstörungswütiger. Die Vermutungen gehen von linksradikalen Tätern, die den Wagen für ein Polizeiauto hielten - bis hin zu einem rechtsradikalen Anschlag. Ortsbeauftrage Ute Eckstein ist entsetzt über diese Tat.

"Wer jetzt denkt, dass das THW sowieso staatlich ist und dadurch im Nu wieder ein neues Fahrzeug auf dem Hof steht, der irrt. Die THW-Jugend ist ein eigenständiger Verein und auf Förder- sowie Spendengelder angewiesen. Der VW-Bus gehört daher nicht zum offiziellen Fuhrpark unseres Ortsverbandes", betont sie.

Ihre Bitte um eine Spende geht an alle Unternehmen, Vereine und Privatpersonen, die zur Anschaffung eines Fahrzeugs für die Jugend beitragen können. "Jeder Euro hilft, dass unsere Jugend wieder mobil wird."

"Herby" wurde natürlich auch bei offiziellen Einsätzen als Mannschaftstransporter genutzt. Eine kleine Anekdote gab es noch am Rande des Anschlags: Die Jugend war in Berlin unterwegs und wusste noch gar nicht, dass der Bus brennt. Aber Marktredwitz war darüber schon informiert.

Schlechter Scherz

Ute Eckstein rief den Jugendbetreuer an und fragte: "Was ist mit eurem Bus?" Antwort: "Der steht 100 Meter vom Hotel auf einen Parkplatz was soll damit sein?" Erst dachten alle es wäre ein schlechter Scherz als es hieß der Bus sei abgebrannt. Die THW-Kameradinnen Jenny Bernacek und Melanie Statnik rückten am Sonntag mit einem Ersatzbus an und brachten die Gestrandeten nach Hause.
Weitere Beiträge zu den Themen: Marktredwitz (7171)November 2015 (9610)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.