Verein AGUS für Angehörige nach einem Suizid tagt zwei Tage lang in Oberfranken
Trauern unter Gleichgesinnten

Autorin, Referentin und Betroffene Freya von Stülpnagel, München, (links) mit Bundesgeschäftsführerin Elisabeth Brockmann. Bild: gis
Lokales
Bayern
04.11.2014
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Nach einem Suizid endet meist auch für Angehörige das Leben, wie sie es kannten. Nichts ist mehr wie vorher. Bei der zweitägigen Jahrestagung in Bad Berneck versuchte der Verein AGUS (Angehörige um Suizid) Trauernde zu unterstützen. Die Suche nach Tröstendem und Aspekte der Vergebung standen in im Mittelpunkt. Auch bot sich Raum für Erfahrungsaustausch und für persönliche Begegnungen.

Referentin Freya von Stülpnagel sprach von ihrer Suche nach Trost und stellte ihr Buch "Wo finde ich Dich" vor. Der Sohn der Autorin nahm sich mit 18 Jahren das Leben. "Ist es Wunschdenken oder gefühlte Wirklichkeit, dass die Verstorbenen uns weiter begleiten?" Auch von ihrer Sinnsuche berichtet sie: "Nach der Tragödie war er für mich kein gefühltes oder gedachtes Du mehr, wurde für mich aber erneut erfahrbar durch Menschen, die zu mir standen."

Ein weiterer Referent war Jörg Dittmar. Auch der evangelische Pfarrer ist Betroffener. Er erklärte, dass Vergebung eine schwierige Aufgabe, aber auch ein heilsames, befreiendes Geschenk sei, das vieler Schritte bedarf. "Jeder trauert anders", sagt Bundesgeschäftsführerin Elisabeth Brockmann, die die Veranstaltung leitete. Hilfe könne vielseitig sein, und keiner sollte diesen Schicksalsschlag alleine durchkämpfen

Zwei Dinge sind Brockmann wichtig: Niemand sollte Suizid-Gedanken für sich behalten, sondern sich jemandem öffnen. Sich das Leben nehmen darf nicht als heroisch dargestellt werden, es ist eine Verzweiflungstat. (Info: www.agus-selbsthilfe.de, Telefon 0921/1500380)
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