"Vielleicht wollte ich zu viel"

Philipp Wolf kraulte in Berlin nicht die Zeit, die er sich vorgestellt hatte: Der junge Altenstädter kam aber dennoch auch mit einer Gold- und Silbermedaille aus der Bundeshauptstadt zurück. Bild: Schwarzmeier
Lokales
Bayern
14.04.2015
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Für die WM-Nominierung hat es nicht gereicht: Schwimmer Philipp Wolf ist enttäuscht, aber dennoch nah dran an der absoluten deutschen Spitze. Die olympischen Spiele 2016 in Rio sind weiterhin das große Ziel des jungen Altenstädters.

Der Tag begann schon seltsam und ungewohnt. "Um Viertel nach fünf Uhr vor einem Wettkampf aufzustehen, das ist schon ein Schock", sagt Philipp Wolf. Der Schwimmer aus Altenstadt/WN musste aber am Samstag so früh raus, weil ab 8 Uhr die Vorläufe bei den deutschen Meisterschaften in Berlin starteten.

Es begann dann schon durchwachsen mit einer Vorlaufzeit (50,14) über 100 Meter Freistil und am Ende des Tages überwog der Frust: "Natürlich bin ich enttäuscht", gab sich der 22-Jährige am Dienstag ganz selbstkritisch: "Vielleicht wollte ich einfach zu viel."

Platz sechs belegte der junge Athlet, der für die SG Stadtwerke München startet, bei den deutschen Meisterschaften über die 100 Meter Freistil - in 49,93 Sekunden. Wolf: "Dabei ärgert mich weniger die Platzierung als die Zeit." Denn der Oberpfälzer lag in diesem engen Rennen nur sechs Hundertstel Sekunden hinter Bronzemedaillen-Gewinner Marco di Carli. Von der Zeit her hatte sich Wolf im Endlauf doch mehr erwartet. "So eine 49,6 hätte es schon sein sollen." Bis zur Wende nach 50 Metern lag er hinter dem späteren Sieger Paul Biedermann auf Rang zwei. "Auf den letzten fünf, zehn Metern hat mir einfach die Kraft gefehlt", erklärte er am Dienstag.

Universiade möglich

Nach diesem Rennen ist wohl auch die Nominierung für die 4x100-Meter-Freistil-Staffel bei der WM im russischen Kasan (24. Juli bis zum 9. August) kein Thema. "Das ist so gut wie vorbei", sagt Wolf. Hoffnungen darf er sich aber weiter auf die Teilnahme an der Universiade im südkoreanischen Gwangju machen: Die Quali-Zeiten dafür hat Wolf in Berlin zwar knapp verfehlt, "aber vielleicht ist doch noch was möglich". Von Anfang bis Mitte Juli dauern die internationalen Wettkämpfe für Studenten.

In Berlin hat Wolf zwar keinen weiteren entscheidenden Schritt Richtung Olympia 2016 gemacht. Aber eines haben die Titelkämpfe ihm gezeigt: "Den Anschluss an die deutsche Spitze habe ich geschafft." Er hatte ja im Berliner Europa-Sportpark auch seine Erfolgserlebnisse: Mit der 4x100-Meter-Freistil-Staffel der SG Stadtwerke München holte er den deutschen Meistertitel. Mit der Lagen-Staffel gewann er Silber.

Starker Schmetterling

Dort überzeugte der Altenstädter mit einer starken Rücken-Zeit. Deswegen will Wolf bei den nächsten Wettkämpfen auch im Rücken- oder Schmetterlings-Bereich testen. In der Schmetterlings-Disziplin klappte das in Berlin ohnehin sehr gut. Über die 100 Meter schwamm er im Finale auf Platz fünf (54,06), nachdem er sich als Vorlaufdritter (53,72) qualifiziert hatte. Auch über die 50 Meter Schmetterling zog er in den Endlauf ein, sagte dann aber seine Teilnahme ab. Das Rennen am Samstag hätte wegen des anstehenden Freistil-Rennens zu viel Kraft gekostet. Denn eines ist für Wolf klar: "Ich konzentriere mich weiter auf die 100 Meter Freistil." Der Traum von Rio und einer Staffel-Nominierung lebt weiter.
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