Wasser wichtigstes Lebensmittel

Wer Durst hat, trinkt bereits zu spät.
Lokales
Bayern
24.01.2015
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"Wasser übt eine nahezu magische Anziehungskraft auf den Menschen aus. Vielleicht ist es das Wissen um den Ursprung unseres Lebens", meinte Dr. Helmut Egginger. Der Internist und Arzt für Naturheilverfahren referierte im Klinikum Fichtelgebirge in der Vortragsreihe "Treffpunkt Klinikum".

"Wasser - die Quelle unseres Lebens und unserer Gesundheit" hatte Dr. Helmut Egginger seinen Vortrag überschrieben. Ohne Wasser, so der Arzt, gäbe es kein Leben auf der Erde. Erste organische Bausteine hätten sich vor 3,5 Milliarden Jahren in den Urmeeren entwickelt; erst vor etwa 400 Millionen Jahren hätten die ersten Lebewesen den Sprung aufs Land geschafft. Auch der Mensch sei bis zu seiner Geburt von Wasser umgeben.

Einen "Wunderstoff mit unendlich vielen Geheimnissen" nannte der Referent das Wasser und wies auf Altbekanntes, jedoch nicht minder Erstaunliches hin: So sei Wasser die einzige Substanz, die in drei Zustandsformen (fest, flüssig, gasförmig) vorkomme, seine größte Dichte habe es bei vier Grad Celsius, was es überhaupt erst möglich mache, dass Fische auf dem Grund zugefrorener Gewässer überleben könnten. "Offensichtlich ist Wasser in der Lage, manche Naturgesetze zu umgehen."

Wissenschaftler hätten nach sechs Jahren Simulation mit einem leistungsfähigen Computer mittlerweile zwölf verschiedene Arten von Eis beschrieben. Faszinierende Bilder liefere eine in Japan entwickelte Technik, Eiskristalle zu fotografieren. Wasser, das beim Gefrieren mit Heavy-Metal-Musik beschallt worden sei, sehe in kristalliner Form völlig anders aus als nach einem Versuch mit klassischer Musik.

Bedenkenlos

Obwohl Wasser 70 Prozent der Erde bedecke, erläuterte der Referent, seien nur 3,5 Prozent davon Süßwasser, davon wiederum nur 31 Prozent nutzbar. "Eine angesichts rapiden Bevölkerungswachstums und weltweiter bedenkenloser Verschwendung immer knapper werdende Ressource!" Noch etwa 20 Jahre habe die Menschheit laut Weltklimarat Zeit, das Ruder herumzureißen, dann sei der Klimawandel unumkehrbar und der schon jetzt in der südlichen Hemisphäre herrschende Wassermangel werde sich dramatisch verstärken. Von den Vereinten Nationen wurde der Zugang zu sauberem Wasser mittlerweile zum Menschenrecht erklärt. Auch auf den modernen Begriff "virtuelles Wasser" ging Dr. Egginger ein: Darunter verstehe man die Menge Wasser, die von den Einwohnern eines Landes durch Industrie, Landwirtschaft und privat beansprucht wird und zusätzlich durch eigenen Konsum in anderen Ländern zu Buche schlägt. In Deutschland sei er wie in anderen Industrie- und Schwellenländern beängstigend groß.

Die Weltmeere mache die Menschheit zur größten Müllkippe aller Zeiten: "Im Meereswirbel zwischen San Francisco und Hawaii treibt mittlerweile ein Müllteppich von der Größe Mitteleuropas." Und kein Ende sei absehbar, denn eine Plastikflasche benötige 450 Jahre, um zu verrotten, eine Plastiktüte immerhin noch bis zu 20 Jahre. "Wir entziehen uns selbst unsere Lebensgrundlage", konstatierte der Referent mit Bedauern. Dabei könne der Einzelne durchaus etwas tun - sich informieren, bewusst leben, Wasser sparen.

Streng kontrolliert

Sauberes Wasser sei das wichtigste aller Lebensmittel; länger als vier Tage könne ein Mensch nicht ohne zu trinken überleben. Dabei sei Leitungswasser keineswegs minderwertig; sondern streng kontrolliert und natriumärmer als viele Mineralwässer. Jeder sei gut beraten, auf ausreichend Flüssigkeitszufuhr zu achten. "Der Urin muss immer hell sein. Und wer Durst hat, trinkt bereits zu spät." Dabei lasse das Durstempfinden mit zunehmendem Alter immer mehr nach, bis es mit etwa 80 Jahren ganz verschwunden sei.

Als ein menschliches Grundbedürfnis bezeichnete Egginger schließlich das Baden - nicht umsonst hätten schon die Sumerer öffentliche Badeanstalten betrieben. Eine Tradition, die sich in zahllosen Variationen weltweit durch die Menschheitsgeschichte ziehe: "Nirgendwo fühlt der Mensch sich so wohl wie in der Badewanne."
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