Wege aus der Stolperfalle

Daniela Weber-Berres (links) erklärte zahlreiche Hilfsmittel, die das Sanitätshaus Fischer mitgebracht hatte. Bild: hfz
Lokales
Bayern
13.10.2015
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Wie lassen sich Stürze im Alter vermeiden? Diese Frage stand jetzt im Mittelpunkt eines Vortrags im Klinikum Fichtelgebirge.

"Wege aus der Stolperfalle" lautete der Titel der Informationsveranstaltung in der Reihe "Herausforderung Älterwerden" in den beiden Häusern des Klinikums Fichtelgebirge Selb und Marktredwitz. Als Referentin sprach Ergotherapeutin Daniela Weber-Berres.

"Im fortgeschrittenen Alter stellen Stürze eine schwerwiegende Bedrohung für das Wohlbefinden und die Gesundheit dar", machte die Referentin deutlich. So würden jährlich 10 000 Menschen über 65 an einem Sturz oder dessen Spätfolgen sterben; jeder Dritte über 65 stürze statistisch gesehen einmal jährlich. Aber auch wenn es noch einmal glimpflich ablaufe, sei die Lebensqualität danach durch die Angst vor weiteren Stürzen und den Vertrauensverlust in die eigene Mobilität oft sehr beeinträchtigt.

Zahlreiche Risikofaktoren

Sehr vielfältig seien die Risikofaktoren für einen Sturz - diese reichten von unzureichender Beleuchtung, Hindernissen auf dem Boden, ausgetretenem Schuhwerk, ungeeigneten Brillen über Verwirrung durch eine dementielle Erkrankung, Gesundheitsstörungen mit Schwindelgefühl oder Schwäche bis hin zu medikamentenbedingten Beeinträchtigungen. Ausschlaggebend für sicheres Gehen, so die Referentin, sei vor allem ein funktionierendes Gleichgewichtssystem. "Auge, Innenohr und Tastsinn müssen dafür zusammenwirken." Schlechtes Sehen, eine altersbedingte verzögerte Wahrnehmung und geschwächte Muskulatur seien oft die Gründe für einen Sturz. Die gute Nachricht: "Gleichgewichtsfähigkeit ist genauso trainierbar wie Ausdauer und Kraft!" Die Übungsintensität sollte dabei natürlich individuell angepasst sein.

Bei dieser Gelegenheit ging Daniela Weber-Berres gleich ins Praktische und demonstrierte ihrem Publikum etliche Schrittübungen, auch mit Hilfsmitteln aus dem Alltag. Viele Besucher kannten die sogenannten Hüftprotektoren noch nicht, spezielle Hosen, die durch eingenähte Schutzelemente den Träger vor Oberschenkelhalsbrüchen schützen können. Das Risiko, einen solchen Bruch zu erleiden, werde dadurch um 60 Prozent gesenkt, erläuterte Weber.

Selbstverständliches prüfen

Um Stürze zu vermeiden, solle man auch eigentlich selbstverständliche Dinge prüfen: Sind eventuelle Gehhilfen richtig angepasst? Gibt es in der Wohnung Stolperfallen? Kann man den Weg zur Toilette nachts gut beleuchten? Sind alle Hilfsmittel wie etwa der Badewannensitz TÜV-geprüft? Gibt es an allen Treppen einen Handlauf?

Wer all diese Dinge im Auge behalte - und hier seien auch Angehörige gefragt - habe schon viel getan, um einen Sturz mit all seinen möglichen schlimmen Folgen zu vermeiden. "Werden Sie Ihr eigener Sturztherapeut!", ermutigte Daniela Weber-Berres ihr Publikum. Reges Interesse herrschte nach dem Vortrag auch am Stand des Sanitätshauses Fischer, das mit einer großen Auswahl von Hilfsmitteln vor Ort war.
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