Wenn Theater Schule macht

Lokales
Bayern
06.05.2015
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Die Luisenburg-Festspiele und das Luisenburg-Gymnasium in Wunsiedel starten ab September ein Projekt der besonderen Art: eine Theaterklasse.

In der Theaterklasse erhalten die Schüler nicht nur Theaterunterricht. Die Luisenburg-Festspiele gestalten als externer Partner mit Dramaturgie, Maske, Technik und Bühne sowie Theaterpädagogik den Lehrplan wesentlich mit. Seit vielen Jahren arbeiten die Luisenburg-Festspiele und das Luisenburg-Gymnasium schon in verschiedenen Bereichen eng zusammen. So wurden in der Schule nicht nur die Klassenzimmerstücke der Festspiele einstudiert. Die Theaterpädagogik bringt sich intensiv in die schulische Theaterarbeit ein. Auch die Seminare in der Oberstufe sind nicht zuletzt durch die enge Kooperation recht erfolgreich. Immer wieder sind auch Schüler auf der Bühne der Luisenburg zu erleben - sei es als Statisten oder sogar in kleineren Rollen.

Gesundes Klassenklima

Unter pädagogischen Gesichtspunkten spiele das Theater gerade in der Unterstufe eine ganz entscheidende Rolle bei der Entwicklung eines gesunden Klassenklimas und dem Aufbau einer solidarischen Klassengemeinschaft. "Das soziale Lernen und die damit verbundene Stärkung des Klassenverbandes wird sich wiederum in der Lern- und Leistungsbereitschaft der Schüler in allen anderen Unterrichtsfächern spiegeln", ist Gabriele Neumüller-Wölfl, stellvertretende Leiterin des Luisenburg-Gymnasiums, überzeugt. Von ihr ging die entscheidende Initiative zur Einrichtung der Theaterklasse aus. Wie kaum ein anderes "Medium" fordere und fördere das Theaterspiel Schlüsselqualifikationen, wie Teamarbeit, Selbstbewusstsein, Urteilsvermögen, Verantwortungsbewusstsein, Durchhaltevermögen, Kreativität und Flexibilität.

"Wir freuen uns sehr, dass die Luisenburg-Festspiele für diese Form der intensiven Zusammenarbeit gewonnen werden konnten. Wir können in der Auseinandersetzung mit der Kunstform Theater ganzheitliche Bildungsprozesse anregen und ästhetische Erfahrungen ermöglichen, was uns im regulären Unterricht in dieser Weise nur schwerlich gelingt", zeigt sich Schulleiter Joachim Zembsch zufrieden. Der Intendant der Festspiele, Michael Lerchenberg, führt ergänzend aus: "Theater ist ganzheitliche Persönlichkeitsbildung. Wir können rationale und emotionale, intellektuelle und kreative Fähigkeiten ansprechen."

Zwei Jahre

Theater gehört bei einer Theaterklasse zum Pflichtunterricht. Im Zeugnis wird durch eine zusätzliche Bemerkung die Teilnahme an einer Theaterklasse bestätigt. Das Projekt ist auf zwei Jahre angelegt. Anmeldungen für die Theaterklasse, die zum neuen Schuljahr mit den fünften Klassen startet, können bei der Anmeldung zur Aufnahme im Luisenburg-Gymnasium vom 11. bis 15. Mai abgegeben werden.
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