Wie einst Jesus auf der Flucht

Den besonderen Krippen wünschten (von links) Ulrich Frey, stellvertretender Landrat Gerald Schade, Inken Paland, Klinikum-Geschäftsführer Martin Schmid und zweiter Bürgermeister Horst Geißel viel Aufmerksamkeit.
Lokales
Bayern
01.12.2014
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In einer Vitrine ist die aktualisierte Flucht der Heiligen Familie nach Ägypten zu sehen: Jesus, Maria und Josef auf einem LKW, in einem Boot und sogar in einem Flugzeug. Und das ist nicht die einzige ungewöhnliche Krippendarstellung.

"O gebt uns Herberg' heut'!" ist die Krippenausstellung im Klinikum Fichtelgebirge überschrieben. Bis Mitte Januar gibt es außergewöhnliche Exponate aus vielen Ländern zu bewundern, wobei der Schwerpunkt diesmal auf der drängenden Flüchtlingsproblematik liegt. Musikalisch wurde die Vernissage von Inken Paland am E-Piano umrahmt.

"Aktueller könnte das Thema überhaupt nicht sein", spannte Geschäftsführer Martin Schmid den Bogen von der harten Realität der biblischen Herbergssuche zur Situation heutiger Flüchtlinge. Auch stellvertretender Landrat Gerald Schade fragte sich und alle anderen: "Hat die Menschheit in 2000 Jahren überhaupt nichts dazugelernt?" Die Sehnsucht nach Frieden, Sicherheit und Wertschätzung als gemeinsamen Nenner aller Menschen thematisierte zweiter Bürgermeister Horst Geißel.

Gemeindereferent Ulrich Frey, der langjährige Organisator der Krippenausstellung im Klinikum, verwies auf den eindringlichen Appell von Papst Franziskus vor dem Europaparlament. "Jedem von uns tut es gut, an Weihnachten Wärme und Zuneigung zu haben, aber wir können nicht gleichzeitig ruhigen Herzens dabei zusehen, wie andere Menschen leiden und sterben."

Impulse können die vielen Krippen, die Frey mit Rainer Laqua und Carola Röder in mehrtägiger Kleinarbeit aufgebaut hat, jedem Betrachter geben. Allein an der aufwändigen Krippe aus Elektronikschrott von Gerald Vogel aus Marktredwitz sind schon im Eingangsbereich zahllose Details zu entdecken. Weitere außergewöhnliche Darstellungen sind eine Spieluhrenkrippe aus Olivenholz, eine moderne Scherenschnittkrippe und die Tonkrippe der Aachener Künstlerin Berta Kals mit dem Aufruf, auch das Gut "Arbeit" zu teilen. Im Wartebereich im Foyer hat Frey übrigens ein realistisches Flüchtlingszelt aufgebaut. Gleich daneben wird noch eine PC-Station installiert, an der ein Online-Spiel die Flucht eines Zehnjährigen nacherleben lässt.
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