Wildschweine nur Alibi

Lokales
Bayern
26.03.2015
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Jagdpächter Rudi Gräbner nahm kein Blatt vor den Mund: Ohne Umschweife prangerte er das Jagdverhalten der Bayerischen Staatsforsten an.

Gejagt werde nach dem Motto "Wald vor Wild", kritisierte Gräbner in der Jahreshauptversammlung der Jagdgenossenschaft (wir berichteten).

Dabei nahm er die Förster vor Ort als ausführende Organe in Schutz: Die Anordnungen kämen von oben, direkt aus dem Landwirtschaftsministerium. Der Staat führe Drückjagden durch mit dem vorgeschobenen Ziel, die Wildschweine zu reduzieren. Tatsächlich aber würden Rehe geschossen. In einem Revier bei Neustadt am Kulm seien auf diese Weise über 80 Rehe aus der Wildbahn genommen worden. "Der Staat will im Wald keine Rehe mehr, um Verbissschäden zu vermeiden", erklärte Gräbner.

In seinem Bericht teilte er mit, dass in den beiden Heinersreuther Jagdbögen, das jetzt ein Gemeinschaftsjagdrevier mit insgesamt 640 Hektar ist, 23 Rehe, 64 Füchse, 8 Dachse und 6 Wildschweine zur Strecke gebracht worden seien. Immer öfter würden Waschbären gesichtet, die vermutlich aus dem Truppenübungsplatz einwanderten. Schäden durch Wildschweine seien kaum aufgetreten. "Die Sauen haben wir derzeit im Griff" , betonte der Jagdpächter. Zurückzuführen sei dies auf eine rückläufige Population sowie auf Maßnahmen, wie das Anlegen von Schneisen in Maisfeldern. Gräbner dankte den Landwirten, die diese Maßnahmen mittragen.

Zusammen mit Jagdaufseher Rudi Biersack und den Mitjägern sei das Gemeinschaftsjagdrevier technisch in einen angemessenen Zustand versetzt worden. Unter anderem seien neue Jagdeinrichtungen geschaffen worden, darunter sieben fahrbaren Kanzeln. Mit einem opulenten Jagdessen dankte der Jagdpächter den Jagdgenossen für das gute Miteinander und die hervorragende Zusammenarbeit.
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