Zweitliga-Spitzenreiter FC Ingolstadt am Freitag in Fürth - Trainer Hasenhüttl: "Müssen noch ...
Aufstiegsfavorit vor der Reifeprüfung

Ralph Hasenhüttl, der Trainer des FC Ingolstadt, hatte in dieser Saison schon viel Grund zum Jubeln. Die Oberbayern führen die Tabelle der 2. Bundesliga mit sieben Punkten Vorsprung an. Bild: dpa
Lokales
Bayern
04.02.2015
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Der FC Ingolstadt steht vor der Reifeprüfung. Eine famose Hinrunde und sieben Punkte Vorsprung zur Winterpause haben das Team von Trainer Ralph Hasenhüttl zum großen Aufstiegsfavoriten der 2. Fußball-Bundesliga gemacht. Doch von Vorschusslorbeeren hält Hasenhüttl nichts: "Wir wissen, dass wir noch besser spielen können und müssen, als wir es bis hierher getan haben", sagt der Coach vor dem ersten Spiel 2015 in Fürth (Freitag, 18.30 Uhr). Dabei waren die Vorstellungen in der bisherigen Spielzeit schon aller Ehren wert: Dank 40 Punkten aus 19 Spielen und nur einer Niederlage sind die Oberbayern der Konkurrenz in beeindruckender Manier enteilt. "Wir wissen genau, was wir zu tun haben", erklärt Hasenhüttl.

Träumen nicht verboten

Dem Coach ist die Genugtuung anzusehen, wenn er dieser Tage über die Entwicklung des FCI spricht, seine Augen leuchten dann unter der Schirmmütze mit der Aufschrift "Schanzer". Vom Abstiegskandidaten im Januar 2014 zum ersten Bundesliga-Anwärter zwölf Monate später: Träumen ist in Ingolstadt längst nicht mehr verboten, als Erster der Tabelle denke man "automatisch" an den Aufstieg, räumt Hasenhüttl ein. "Das ist menschlich, diese Gedanken auszublenden gelingt nicht immer." Dass sich seine Schützlinge ob der komfortablen Tabellensituation schon jetzt in Sicherheit wiegen, glaubt er aber nicht. "Ich habe nicht das Gefühl, dass die Spieler es jetzt so ausrollen lassen."

An ein entspanntes Gekicke denkt beim FCI niemand, das widerspräche auch Hasenhüttls Philosophie. "Es ist ganz schwer, die Ingolstädter zu schlagen", sagte Fürth-Trainer Frank Kramer jüngst im "kicker" und lobte ein "stabiles, erfahrenes Gerüst" beim Gegner. "Und wenn du gegen sie in Rückstand gerätst, wird es noch schwerer, weil sie äußerst aggressiv und kompakt verteidigen und dazu super Konter spielen." Kaiserslauterns Coach Kosta Runjaic brachte es auf den Punkt: "Im Gesamtbild ist der FCI die stabilste Mannschaft."

Hasenhüttl erklärt den Höhenflug mit dem Erfolgshunger seiner Profis: "Bei uns haben sich Typen mit einem unglaublichen Siegeswillen herauskristallisiert, und zwar nicht einer, sondern gleich mehrere. Typen, die nicht bereit sind, einen Millimeter nachzulassen."

Eigentlich zählen die Fußballer aus der Autostadt seit Jahren zu den Geheimfavoriten, kamen zumeist aber nicht über einen Platz im Mittelfeld der 2. Liga hinaus - regelmäßig mussten die Oberbayern gar noch lange in den Frühling hinein um den Klassenverbleib zittern. Hasenhüttl scheint nach seinem Dienstantritt im Oktober 2013 die Kurve zu schaffen. "Die Entwicklung war mutig, und jetzt kriegen wir die Belohnung dafür", betont der Coach und erinnert daran, dass sein intensiver und aggressiver Stil am Saisonbeginn etwa nach dem Pokal-Aus in Offenbach auch infrage gestellt wurde. "Wir haben aber gesagt, völlig egal, wir ziehen das durch", sagt er zufrieden.

Der Plan könnte aufgehen - und Hasenhüttl seine "Typen" vielleicht schon im Herbst gegen Stars aus München, Dortmund oder Wolfsburg aufs Feld schicken. Ob der Grazer auch gegen die Top-Clubs ein passendes Rezept findet, weiß er heute noch nicht, bleibt aber entspannt: "Ich denke, ich werde es irgendwann einmal erfahren."
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