36 Festnahmen in Aschaffenburg
Kurden attackieren türkische Demo

Polizisten vor der Stürmung eines Hauses in Aschaffenburg, in das sich kurdische Angreifer auf eine Anti-Terror-Demonstration zurückgezogen hatten. Bild: dpa
Politik BY
Bayern
29.03.2016
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Aschaffenburg. Mit Steinen und Feuerwerkskörpern haben Kurden eine von überwiegend nationalistischen Türken organisierte Demonstration in Aschaffenburg angegriffen. Anschließend verbarrikadierten sich die Täter am Sonntag in einem Haus und attackierten vom Dach aus die Polizei. Erst nachdem die Beamten Verstärkung bekamen, gelang es ihnen am Abend, 36 Personen im Alter zwischen 15 und 40 Jahren in dem Gebäude vorläufig festzunehmen.

Laut den Ermittlungen war der Aufruf zu der Kundgebung unter dem Motto "Gemeinsam gegen den Terror, gegen PKK und Isis" von nationalistischen Kreisen ausgegangen. Polizeisprecher Michael Zimmer wollte jedoch Hinweise nicht bestätigen, wonach die Demonstration von einem Mitglied der rechtsextremen türkischen Partei Graue Wölfe angemeldet wurde: "Dazu kann ich im Detail nichts sagen." Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte, der türkisch-kurdische Konflikt dürfe nicht auf deutschem Boden ausgetragen werden.

Die Kundgebung von rund 600 Türken hatte am Sonntagnachmittag nahe dem Aschaffenburger Bahnhof begonnen und war zunächst friedlich verlaufen. Plötzlich griffen nach den Polizeiangaben hauptsächlich aus Südhessen und dem Raum Stuttgart angereiste Kurden das Ende des Demonstrationszuges an. Sie schleuderten von einem Fußgängerüberweg aus Böller und Steine auf die Türken.

Danach verbarrikadierten sie sich in einem nahegelegenen Haus eines kurdischen Kulturvereins und verweigerten jede Kontaktaufnahme mit der Polizei. Als die Beamten einschritten, wurde einer von ihnen von einem Böller am Kopf getroffen, den ein Kurde vom Dach des Gebäude schleuderte. Der Mann erlitt ein Knalltrauma.

Der Großeinsatz der Polizei, an dem auch ein Hubschrauber beteiligt war, wurde erst in der Nacht beendet. Die Kurden, die sich über soziale Netzwerke zusammengeschlossen hatten, ließen sich nach den Angaben Zimmers widerstandslos festnehmen, nachdem die Beamten in das Haus eingedrungen waren.
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