Als am Münchener Hauptbahnhof Jubel ausbrach
„Refugees Welcome“

Politik BY
Bayern
03.09.2016
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München. Lauter Applaus und Jubelschreie dringen immer wieder in den Hauptbahnhof. Hunderte Münchener haben sich Anfang September vor einem Jahr vor dem Nordeingang versammelt, manche sind mit "Welcome"-Pappschildern gekommen, andere mit Plüschtieren und wieder andere mit einer großen Portion Neugier. Die Bejubelten schauen erstaunt, winken schüchtern in die Menge und rufen manchmal "We love Germany". Fast könnte man meinen, Fans hätten sich an einem Roten Teppich versammelt, um einen Blick auf ihren Star zu erhaschen.

Die "Stars" in diesen Spätsommertagen sind aber völlig Unbekannte: Zehntausende Männer, Frauen und Kinder, die die gefährliche Flucht aus ihren Heimatländern wie Syrien und Afghanistan über die Balkan-Route gewagt haben. Der Sehnsuchtsort der meisten: Deutschland mit "Mama Merkel". Der Hauptbahnhof wird innerhalb kürzester Zeit zum größten Dreh- und Angelpunkt der Flüchtlingsbewegungen in Europa. Fast die ganze Welt blickt nun nach München. Und die selbsternannte "Weltstadt mit Herz" zeigt, was sie unter "Willkommenskultur" versteht.

Die Münchener haben sich in einer Nacht-und-Nebel-Aktion auf den Massenandrang am Gleis 26 vorbereitet: Ehrenamtliche haben einen Stand eingerichtet, an dem sie den Flüchtlingen, deren Hab und Gut meist in einer Plastiktüte Platz findet, das Nötigste mitgeben: Essen, Getränke, Hygiene-Artikel oder Plüschtiere für die Kinder. Hand in Hand arbeiten sie dabei mit den Einsatzkräften. Die Polizei geleitet die Flüchtlinge aus den Sonderzügen - zum Stand der Ehrenamtlichen und zu den provisorisch aufgestellten Registrierungszelten. Bilder wie aus Budapest, wo die Polizei mit Wasserwerfern und Tränengas gegen die wartenden Flüchtlinge vorging - Fehlanzeige.
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