Anti-Islam-Bewegung sieht sich durch Terroranschlag in Paris bestätigt
AfD am Tisch mit Pegida

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Bayern
08.01.2015
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(dpa/KNA) Die sächsische AfD-Landtagsfraktion und das islamkritische Pegida-Bündnis haben mögliche politische Gemeinsamkeiten ausgelotet. Die AfD-Landes- und Fraktionsvorsitzende Frauke Petry bestätigte am Mittwochabend, dass ein ursprünglich für den Abend im Landtagsgebäude geplantes Treffen vorgezogen wurde und andernorts stattfand.

Der stellvertretende AfD-Bundesvorsitzende Alexander Gauland sieht die Pegida-Anhänger als natürliche Verbündete. Das wurde auch in der Bewertung der Terrorattacke von Paris deutlich. Die Pegida-Organisatoren werteten den Anschlag als Bestätigung für ihre These einer drohenden Islamisierung Europas. "Die Islamisten, vor denen Pegida seit nunmehr zwölf Wochen warnt, haben heute in Frankreich gezeigt, dass sie eben nicht demokratiefähig sind, sondern auf Gewalt und Tod als Lösung setzen", hieß es am Mittwochabend auf der Facebook-Seite der "Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes". Auch Gauland interpretierte den Anschlag als Rechtfertigung für die Anti-Islam-Bewegung. "All diejenigen, die bisher die Sorgen der Menschen vor einer drohenden Gefahr durch Islamismus ignoriert oder verlacht haben, werden durch diese Bluttat Lügen gestraft", sagte er dem RBB-Inforadio. Sein Vorstandskollege Olaf Henkel warnte bei "Focus online" davor, den Terroranschlag zu missbrauchen. Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) nannte es im Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin "Focus" schäbig, den Anschlag innenpolitisch instrumentalisieren zu wollen.

Der CSU-Politiker Bernd Posselt kritisierte die Verwendung christlicher Symbole bei Pegida-Demonstrationen: "Wer das völkerverbindende Symbol schlechthin, nämlich das Kreuz, mit Nationalfarben beschmiert, betreibt Gotteslästerung." Was es heiße, wenn die Nation an die Stelle Gottes gesetzt werde, habe Deutschland zur Genüge erlebt.
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