Anzeige wegen des Verdachts der unerlaubten Einreise ohne Pass
Axt-Attentäter bei Einreise überprüft

Der Ärztliche Direktor des Universitätsklinikums Würzburg, Georg Ertl, berichtet über den Zustand der Verletzten. Bild: dpa
Politik BY
Bayern
22.07.2016
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Würzburg/Berlin. Der Axt-Attentäter von Würzburg ist offenbar kurz nach seiner Ankunft in Deutschland polizeilich überprüft worden. Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums sagte am Freitag in Berlin, die Bundespolizei habe dessen Personalien am 29. Juni 2015 um 03.55 Uhr aufgenommen, nachdem er mit einer Reisegruppe über die deutsch-österreichische Grenze gekommen war.

Der Jugendliche sei in Gewahrsam genommen, in Passau polizeilich überprüft und wegen des Verdachts der unerlaubten Einreise ohne Pass angezeigt worden. Seine angegebenen Personalien und Fingerabdrücke seien dabei auch fahndungsmäßig in den nationalen Datenbanken eingegeben worden - ohne Ergebnis. "Er war sozusagen neu für die polizeilichen Datenbanken. Es gab da keine Voreinträge", sagte der Sprecher.

Der 17-jährige Flüchtling hatte am Montagabend mit einer Axt und einem Messer vier Touristen aus Hongkong in einem Regionalzug in Würzburg schwer verletzt. Auf seiner Flucht aus dem Zug griff er zudem eine Spaziergängerin an. Ein Sondereinsatzkommando der Polizei erschoss den Jugendlichen. Die Bundesanwaltschaft ermittelt. Der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Stephan Mayer (CSU), forderte in der "Bild"-Zeitung (Samstag), dass nun alle Flüchtlinge in Deutschland von Bundesnachrichtendienst und Verfassungsschutz überprüft werden müssten.

Von den Opfern des Anschlags ist nur noch eines in Lebensgefahr. Der Zustand aller Verletzten habe sich gebessert, sagte der medizinische Leiter der Würzburger Uniklinik, Georg Ertl, in Würzburg. Eines der Opfer aus Hongkong werde aber nach wie vor im künstlichen Koma gehalten. Dies werde auch noch eine Woche bis zehn Tage so bleiben.

Mitglieder des Ochsenfurter Helferkreises für Flüchtlinge, der auch den Attentäter betreut hatte, erhalten nach dem Anschlag E-Mails mit Hass-Äußerungen und Morddrohungen. In einer Mitteilung sprechen Mitglieder des Helferkreises von Menschen, die sie aktuell "beschimpfen und mit Hass überschütten".
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