Ausgabe in Nürnberg mit Hilfe des BRK
Tafel wieder offen

Mitglieder der Hilfsorganisation "Münchener Tafel" verteilen bei der Sankt Pius-Gemeinde Lebensmittel. Archivbild: dpa
Politik BY
Bayern
14.10.2016
38
0

Bedürftige in Nürnberg können aufatmen: Die wegen Überlastung der Mitarbeiter geschlossenen Lebensmittel-Ausgabestellen der Tafel öffnen wieder. Das Rote Kreuz springt ein - zumindest vorerst.

Nürnberg. Die Nürnberger Tafel will in der kommenden Woche wieder ihre Lebensmittel-Ausgabestellen für Bedürftige öffnen. Mit Unterstützung des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) werde der Betrieb wieder aufgenommen, sagte der Vorsitzende des Landesverbands der Tafeln Bayern, Reiner Haupka, am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Es handle sich keineswegs um einen Notbetrieb. "Die Ausgabe der Lebensmittel soll im Rahmen der Möglichkeiten wieder so erfolgen, wie es auch bislang üblich war", betonte Haupka.

Die Tafel hatte am Montag sämtliche Ausgabestellen in Nürnberg wegen Überlastung der ehrenamtlichen Mitarbeiter geschlossen. Der Vorstand des Nürnberger Vereins war aus dem gleichen Grund zurückgetreten - ein in Deutschland einmaliger Vorgang.

Kooperation mit BRK


Die Kooperation mit dem Nürnberger Kreisverband des BRK wurde am Freitag bei einem runden Tisch beschlossen. Haupka geht davon aus, dass ein großer Teil der bisherigen ehrenamtlichen Mitarbeiter wieder mitmache. Die rund 200 Tafel-Helfer müssten nun aber erst informiert werden. Vermutlich könnten Mitte kommender Woche wieder Lebensmittel an die 6000 Kunden der Nürnberger Tafel ausgegeben werden. Nach Angaben der Stadt setzt das BRK hauptamtliche und ehrenamtliche Mitarbeiter ein, die mit den Ehrenamtlichen der Tafel zusammenarbeiten sollen. Bis Ende des Jahres könne auf diese Weise der Betrieb sichergestellt werden. Für die Zeit danach solle ein Träger gefunden werden, "der auf Dauer das Geschäft betreiben kann".

Laut Sozialamtsleiter Dieter Maly gibt es bislang fünf Interessenten, darunter auch das BRK. Maly hatte bereits vor dem Treffen betont, dass es keine schnelle Lösung für die Tafel geben werde, da mit den Bewerbern zunächst intensive Gespräche geführt werden müssten.

Regelsätze passen nicht


"Immer wenn der Staat versagt, springen Ehrenamtliche ein, die dann oft bis zur Belastungsgrenze arbeiten", sagte Haupka. Dass es überhaupt Tafeln in Deutschland gebe, sei ein Indiz dafür, dass die Hartz-IV-Regelsätze nicht passten. Auch Senioren seien zunehmend auf die Tafeln angewiesen, weil die Altersarmut immer weiter zunehme. "Unser schönster Moment wäre, wenn wir eines Tages alle Tafeln schließen könnten - aber nicht wegen Überlastung, sondern weil sie gar nicht mehr gebraucht werden."

Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.