Bauern pochen auf Direktzahlungen
Walter Heidl kritisiert Bundesumweltministerin

Der bayerische Bauernpräsident Walter Heidl. Bild: Götz
Politik BY
Bayern
08.01.2016
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München. Der bayerische Bauernpräsident Walter Heidl warnt vor einer Abschaffung oder Kürzung der Direktzahlungen für Landwirte. Die EU-Subventionen sollen Schwankungen der Agrarpreise ausgleichen. Heidl wies damit Pläne von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) zurück, der die Umweltanforderungen nicht weit genug gehen. Hendricks will das Geld der Europäischen Union (EU) für andere Zwecke nutzen.

Heidl sagte, die Direktzahlungen als Ausgleich für hohe Standards, die deutsche und europäische Bauern bei Umwelt-, Tier- und Verbraucherschutz erfüllen müssen, dürften nicht angetastet werden. Gerade in Zeiten niedriger Preise auf dem globalisierten Markt seien die Mittel ein unverzichtbarer Bestandteil bäuerlicher Einkommen. Ohne sie könnten die Höfe in Bayern nicht überleben. Etwa die Hälfte ihrer Einkommen bezögen die Bauern im Freistaat derzeit aus den Direktzahlungen der europäischen Agrarpolitik.

Milch-, Fleisch- und Ferkelpreise seien im Keller. Auch bei Getreide hänge der Preis schon lange nicht mehr daran, wie die heimische Ernte ausfällt. "Der Preis bildet sich global, nicht regional", erläuterte Heidl. Damit die Bauern nicht noch weiter unter Druck geraten, müssten im internationalen Handel die hohen hiesigen Standards auch für Importe gelten. Dies beträfe auch das künftige Transatlantische Freihandelsabkommen (TTIP). Die Direktzahlungen sind seit einem Jahr an Umweltmaßnahmen gekoppelt. So mussten die Bauern 2015 wegen des "Greenings" erstmals auf mindestens fünf Prozent ihrer Ackerflächen besonders ökologische Bewirtschaftungsmethoden anwenden und Regeln einhalten. "Wir sind durchaus zuversichtlich, da die Bauern bayernweit auf über 235 000 Hektar ökologische Maßnahmen erbringen", sagte Heidl.

Der Erfolg sei sichtbar. So sei der Anbau von Leguminosen, die den Boden auf natürliche Weise mit Nährstoffen versorgen, verdoppelt worden. Es gebe mehr ökologisch wichtige Pufferstreifen entlang der Gewässer oder Waldränder. Hecken und wildes Gras böten Lebensraum.
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