Bayern und Tschechien rücken näher zusammen
Rascher reisen, rascher retten

Ein Personenzug der Waldbahn im Grenzbahnhof in Bayerisch Eisenstein. Bayern und Tschechien wollen den Bahnverkehr zwischen den Ländern beschleunigen. Bild: dpa
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Bayern
30.09.2016
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München/Prag. Neue Straßen, mehr Bahnverbindungen, gegenseitige Rettungsdienste bei Notfällen: Bayern und Tschechien wollen ihre Beziehungen deutlich intensivieren. "Verbesserte Straßen- und Schienenverbindungen zu Tschechien haben für Bayern eine hohe verkehrliche und außenpolitische Priorität", sagte Verkehrsminister Joachim Herrmann (CSU) am Freitag bei einem Treffen mit seinem tschechischen Amtskollegen Dan Tok in München.

Beide vereinbarten einen Bahngipfel in Furth im Wald im ersten Halbjahr 2017. Herrmann betonte, dass der Ausbau der Straßenverbindungen nach Furth im Wald und Pilsen das derzeit wichtigste Anliegen sei. "Wir haben großes Interesse daran, dass auch auf der tschechischen Seite der Ausbau zügig voran geht." Die größte laufende Straßenbaumaßnahme zur Tschechischen Republik sei auf bayerischer Seite der zweibahnige Ausbau der Bundesstraße 85 bei Wetterfeld, der rund 43 Millionen Euro kostet und Ende Oktober freigegeben werden soll.

Beim grenzüberschreitenden Schienenverkehr sei die Wiederetablierung der Schienenfernverkehrsangebote von den bayerischen Metropolen München und Nürnberg nach Prag das Ziel Nummer eins, sagte Herrmann. Dazu müssten die Strecken Nürnberg-Prag über Marktredwitz und Schirnding sowie München-Prag über Regensburg und Furth im Wald ausgebaut werden. Beim Ausbau der Strecke zwischen München und Prag wolle Bayern zur Beschleunigung die Planungen selbst finanzieren und habe kürzlich eine Studie in Auftrag gegeben.

Im Wettbewerb mit Fernbussen solles bessere Bahnangebote zwischen München und Prag geben, betonten Tok und Herrmann. Demnach soll es im Zwei-Stunden-Rhythmus sieben statt bisher vier Zugpaare geben. Mit der Neubaustrecke zwischen Beroun und Pilsen werde sich zudem die Bahnfahrt von sechs auf weniger als fünfeinhalb Stunden verkürzen. Zudem soll sich in den grenznahen Regionen beider Länder auch im Rettungsdienst einiges verbessern: Herrmann will dazu am Montag in Karlsbad eine Kooperationsvereinbarung mit Vertretern der tschechischen Bezirke Karlsbad, Pilsen und Südböhmen unterzeichnen.

Die gegenseitige Hilfe bei Notfällen, in denen der landeseigene Rettungsdienst nicht schnell genug eingreifen kann, werde damit auf eine sichere Grundlage gestellt, teilte das Innenministerium in München mit. Das Abkommen enthält Vorgaben für die Koordinierung und zur Aufnahme von Patienten in Kliniken.
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