Beamte schieben Millionen von Überstunden
Polizei am Limit

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Bayern
21.10.2016
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München/Regensburg. Die SPD im Landtag sieht eine sich zuspitzende Überlastung der Polizei im Freistaat. Dieses Bild habe sich beim Besuch von 44 Polizeidienststellen durch SPD-Abgeordnete in der vergangenen Woche ergeben, berichtete Fraktionschef Markus Rinderspacher in München. Ausdruck dafür sei vor allem der Berg an inzwischen mehr als zwei Millionen Überstunden, die die Beamten vor sich her schöben.

Im Bereich des Polizeipräsidiums Oberpfalz waren es zum Stichtag 30. Juni 2016 genau 119 875 Überstunden, 22 000 mehr als Ende 2014. Jeder Polizist in der Oberpfalz sitzt damit rechnerisch auf 54 Überstunden. Als Gründe dafür nannte Rinderspacher neue Gefährdungslagen und Kriminalitätsschwerpunkte, die Absicherung von Groß- und Sportveranstaltungen sowie Demonstrationen. Dazu komme, dass bayernweit derzeit 2472 ausgewiesene Stellen nicht besetzt seien. Das entspreche einer Quote von neun Prozent. "Wir brauchen definitiv eine weitere Aufstockung des Personals bei der Polizei", sagte Rinderspacher.

SPD-Polizeisprecher Peter Paul Gantzer ergänzte, Bayerns Polizisten leisteten hervorragende Arbeit, doch gelinge dies nur "auf Kosten der Freizeit der Beamten". Neben einer Aufstockung des Personals forderte er die Entlastung der Einsatzkräfte von polizeifremden Aufgaben.
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