Bester Pädagoge Deutschland kommt aus Bayern
Note eins für Lehrer

Nicolas Schmidt vom Emmy-Noether-Gymnasium in Erlangen. Bild: Regine Schmidt-Bronisch/dpa
Politik BY
Bayern
27.09.2016
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Ein "Fels in der Brandung" für Schüler und innovative Projekte zu E-Autos und Energiewende: Für ihre pädagogischen Leistungen und kreativen Ideen im Unterricht sind Lehrer aus Bayern mit dem Deutschen Lehrerpreis geehrt worden.

Berlin/Erlangen. Ein Pädagoge aus Erlangen und zwei Lehrer-Teams aus Roth sowie Kirchheim bei München sind in diesem Jahr mit dem Deutschen Lehrerpreis ausgezeichnet worden. Nicolas Schmidt (47), Lehrer für Englisch, Geschichte und Sozialkunde am Erlanger Emmy-Noether-Gymnasium, ist einer von bundesweit 16 Preisträgern in der Kategorie "Schüler zeichnen Lehrer aus". Schmidt stehe für einen "lebendigen, praxisorientierten Unterricht, hohe fachliche Kompetenz, ansteckende Begeisterung und Hingabe für seine Fächer", teilten der Deutsche Philologenverband und die Vodafone-Stiftung am Montag in Berlin mit. Für seine Schüler sei Schmidt ein "Fels in der Brandung".

Notendruck thematisieren


Auch zwei jeweils achtköpfige Lehrer-Teams vom Staatlichen Beruflichen Schulzentrum in Roth und vom Gymnasium in Kirchheim erhielten Auszeichnungen in der Kategorie "Unterricht innovativ". Bundesweit wurden sechs Teams gewürdigt. Gut 4500 Schüler und Lehrer beteiligten sich an dem Wettbewerb, der seit 2009 veranstaltet wird.

Preisträger Schmidt sagte, er nehme die Auszeichnung stellvertretend für die vielen Lehrer und Lehrerinnen entgegen, die Lust auf ihren Job hätten und ihn gut machten, aber keine der üblichen Karrieren machen wollten. Er wünsche sich zudem eine stärkere Diskussion über die "destruktiven Elemente des staatlichen Schulsystems", etwa das Lernen wegen Notendrucks - und nicht nur über die Frage, ob das Gymnasium acht oder neun Jahre dauern solle.

Für ihren "innovativen, fächerübergreifenden und auf Teamarbeit ausgerichteten Unterricht" wurden die Lehrer aus dem mittelfränkischen Roth mit dem 3. Platz geehrt. Schüler bauten hier in Gruppen aus verschiedenen Fachrichtungen und mit unterschiedlichem Leistungsstand Elektrofahrzeuge. Dabei stand die Entwicklung und Fertigung eines echten Produkts im Mittelpunkt, das im Rahmen eines vorgegebenen Budgets und Zeitraums einem fiktiven Kunden präsentiert werden musste. Die Lehrer dienten dabei lediglich als Berater.

Ein Jahr Energiewende


Ein Sonderpreis in der selben Kategorie ging an das Gymnasium Kirchheim. Dort beschäftigten sich Achtklässler ein Schuljahr lang mit der Energiewende. Die Lehrpläne von Chemie und Physik wurden dafür aufeinander abgestimmt, und die Schüler mussten sich den Stoff zum großen Teil eigenverantwortlich erarbeiten. Der Unterricht zeichne sich "durch seine Methodenvielfalt, die vielseitige Schüleraktivierung und seine gute Übertragbarkeit aus", lobte die Jury.

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