Beten nur vor Vorteil

Christine Pscherer bedankte sich bei Hartmut Koschyk für viele wissenswerte Infos und für eine lebhafte Teilnahme an der Diskussion. Bild: gis
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Bayern
28.09.2016
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"Fordern und fördern ist der Weg zu einer gelingenden Integration - und eine Aufgabe, die allerdings auch Zeit braucht." Davon ist Bundestagsabgeordneter Hartmut Koschyk, Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, überzeugt.

Mehlmeisel. Im Rahmen der 2. Mehlmeiseler Sozialdialoge der KAB lieferte der Parlamentarier ein umfassendes Statement und diskutierte mit den zahlreichen Besuchern die Flüchtlingskrise in all ihren Spannungsfeldern. "Wir schaffen das!" Typisch deutsch sei es, nonstop über die Aussage der Bundeskanzlerin zu diskutieren, so Koschyk. Aber - schaffen wir das wirklich? "Vieles ist schon erreicht worden, vieles noch zu tun, wozu auch mittlerweile bessere Gesetze und Regeln hilfreich sind", bestätigte der Redner und stellte klar, dass der Sicherheitsaspekt natürlich oberstes Gebot sei.

Koschyk beleuchtete die aktuelle Situation, beginnend mit den Fluchtursachen und betonte, dass versucht werde, die Lage in den Herkunftsländern so zu verbessern, dass Menschen dort wieder in sicheren Verhältnissen leben, was dank der "internationalen Gemeinschaft" zum Teil bereits gelungen sei. Dann blickte Hartmut Koschyk anhand vieler überaus positiver Beispiele zurück auf die Jahre nach 1945, wo Integration - zwar unter anderen Voraussetzungen und auch nicht immer reibungslos - gelungen sei. "Wir sind auch als Christen gefordert, uns um die Nöte der Mitmenschen zu kümmern", so Koschyk weiter. "Wir müssen aufeinander zugehen und Respekt haben vor der Religion Andersgläubiger, was wir natürlich auch von ihnen erwarten." Keinesfalls dürfe der Koran über unserer Verfassung stehen, meinte Koschyk. Und er ist fest davon überzeugt, dass Integration gelingen könne, wenn jeder seinen Beitrag leiste. "Vielleicht sollten wir mehr um die Lösung der Probleme beten", meinte ein Besucher nach der regen Diskussion, in der auch noch Fragen im Raum stehen bleiben mussten: Nachdem sich KAB-Vorsitzende Christine Pscherer bei Hartmut Koschyk herzlich bedankt hatte, sprach man beim abendlichen Gebetläuten gemeinsam den "Engel des Herrn".
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