Betreibsergebnis Wasserversorgung der Gemeinde rutscht ins Minus
Teures Nass

445 200 Kubikmeter Trinkwasser förderte das Pumphaus Haidenaab im vergangenen Jahr. 3,3 Prozent davon versickerten aufgrund von Rohrbrüchen im Erdreich. Bild: ak
Politik BY
Bayern
05.03.2016
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Höhere Aufwendungen wegen Rohrbrüchen, das Auswechseln schadhafter Leitungen und in geringem Umfang Personalkostenmehrungen verhagelten die Bilanz der kommunalen Wasserversorgung 2014. Auch 2015 hatte die Gemeinde mit vielen Schäden zu kämpfen. Sie muss zum Erhalt der Versorgungssicherheit handeln.

Speichersdorf. In der Gemeinderatssitzung stellte Bürgermeister Manfred Porsch die Jahresbilanz der kommunalen Wasserversorgung für 2014 vor. Das Wirtschaftsergebnis verschlechterte sich um 99 959 auf ein Defizit in Höhe von 84 869 Euro. Der Rückgang ist vor allem den stark gestiegenen Unterhaltskosten des Leitungssystems um 107 Prozent auf 174 000 Euro, den Personalaufwendungen (plus 7 Prozent) sowie einer Mehrung bei den Zinsaufwendungen von 2000 auf 3000 Euro geschuldet.

Weniger verbraucht


Der Betriebsertrag sank um zwei Prozent auf 398 000 Euro, die verbrauchte Wassermenge um 10 000 auf insgesamt 411 000 Kubikmeter. Im Ergebnis spielten auch die deutlich niedrigeren Auflösungbeträge der Ertragszuschüsse (minus 20 Prozent) eine Rolle. Diese konnte der Versorger durch Eigenleistungen und sonstige Betriebserträge etwas kompensieren. Durch den Jahresverlust ergibt sich in 2014 keine Ertragssteuer- und Körperschaftssteuerbelastung. Das Minus wird aus der allgemeinen Rücklage bestritten. Der Gemeinderat stellte per Beschluss die Bilanzsumme von 2 920 688 Euro bei einem Jahresverlust von 84 869 Euro fest.

Leitungen erneuert


Auch im Wirtschaftsjahr 2015 setzten sich die Erneuerung von Leitungsstrecken und Behebung von Rohrbrüchen fort. Nachdem im März zehn Meter der aus 1962 stammenden Asbestzementhauptleitung ausgewechselt worden waren, brach die Leitung in unmittelbarer Nähe erneut. Weitere 74 Meter wurden ausgewechselt. Die restlichen 140 Meter bis zum Schieberkreuz an der Einfahrt zum Gewerbegebiet stehen zur Erneuerung an. In der Leipziger Straße musste eine PVC-Hauptleitung aus Privatgrundstücken rausgelegt werden, um eine Bebauung zu ermöglichen. Im Dezember entstand eine neue Hauptleitung samt Oberflurhydrant zum Anschluss der neuen ENI-Tankstelle am Laibacher Weg.

Das abgelaufene Jahr zählte 16 Rohrbrüche, die jedoch nur zu einem Wasserverlust von insgesamt 3,3 Prozent führten. Undichtheiten können durch Zwischenzähler schnell erkannt werden. Im Pumpwerk Zeulenreuth entstand durch einen geöffneten Wasserhahn im Garagenkeller einen Verbrauch von 15 Kubikmetern pro Tag. Für die Rohrnetzberechnung erfolgte die Einarbeitung des kompletten Leitungsbestandes samt Rohrdimension und Materialangaben. Das endgültige Ergebnis liegt im Frühjahr vor.

Porsch berichtete, dass das alte Bürogebäude der Firma Rosenthal abgerissen wird. Da sich darin der Hauptwasserzähler des Fabrikgeländes befindet, muss ein neuer Hausanschluss verlegt werden. Dabei wäre auch das Auswechseln der bruchgefährdeten Asbestzementleitung ratsam. Der Gesamtmengenzähler in der Aufbereitungsanlage muss aufgrund wachsender Zählerdifferenzen zusammen mit Magnetventilen und Durchflussmesser ausgewechselt werden.

Nach Vorliegen der Rohrnetzberechnung wird das Sanierungskonzept in kleinen Schritten umgesetzt. Insgesamt wurden im Vorjahr 430 000 Kubikmeter Frischwasser verkauft. Hauptabnehmer ist Thomas am Kulm mit rund 124 000 Kubikmeter. Der Eigenverbrauch liegt bei rund 9200 Kubikmeter. Gefördert wurden im Pumpwerk Haidenaab 445 200 Kubikmeter Trinkwasser.
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