Breitbandausbau in Bayern bis Ende 2017 abgeschlossen
Schnell ins Netz

"Meine Vision ist Glasfaser in jedes Haus." Zitat: Finanzminister Markus Söder (CSU)
Politik BY
Bayern
06.06.2016
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Alle bayerischen Kommunen sollen bis Ende 2017 Anschluss an das schnelle Internet haben. Das ist Markus Söders Plan. Auch die Oberpfalz liegt im Soll.

München. Der dafür nötige Breitbandausbau gehe in Bayern "mit Riesen-Schritten voran", erklärte Heimatminister Markus Söder bei einer Zwischenbilanz in München. Derzeit seien bayernweit 1949 Gemeinden und damit 95 Prozent aller Kommunen im Förderverfahren, etwa die Hälfte davon habe bereits einen Förderbescheid erhalten. Die ausbezahlte Fördersumme belaufe sich aktuell auf 366 Millionen Euro. Damit würden laut Söder 14 700 Kilometer Glasfaserkabel verlegt. Die Staatsregierung will bis 2018 bis zu 1,5 Milliarden Euro an Fördergeldern bereitstellen. Hinzu kommen noch einmal bis zu 165 Millionen Euro, um ein Förderprogramm des Bundes aufzustocken.

Im städtischen Raum


In der Oberpfalz sind derzeit 222 Kommunen im Förderverfahren, was einem Anteil von 98 Prozent entspricht. 131 davon haben bereits einen Förderbescheid erhalten, die damit verbundene Fördersumme beträgt 56,2 Millionen Euro. 293 000 Haushalte in der Oberpfalz verfügen inzwischen über Übertragungsgeschwindigkeiten von mindestens 50 Megabit pro Sekunde (MBit/s), 361 000 von mindestens 30 MBit/s. Das entspricht Versorgungsquoten von 59,2 beziehungsweise 73 Prozent. Die gut versorgten Haushalte liegen allerdings noch überwiegend im städtischen Bereich. Im ländlichen Raum liegen die Versorgungsquoten bei 31,6 (50 MBit/s) und 54,3 Prozent (30 MBit/s). Das entspricht knapp dem bayerischen Durchschnitt.

Söder erklärte, es sei Ziel des Förderprogramms, in jede Gemeinde und jedes Gewerbegebiet die hochleistungsfähigen Glasfaserkabel zu verlegen. "Wir wollen eine möglichst schnelle und hohe Flächendeckung für alle Bürger, statt höchste Leistungen für wenige Privilegierte", betonte er. So sei garantiert, dass jeder Hausanschluss mindestens 30 MBit/s erhalte. Ein höherer Ausbaustandard könne gegenwärtig wegen EU-Recht nicht gefördert werden. Söder verlangte deshalb von der EU, die Definition für schnelles Internet auf 100 MBit/s zu erhöhen. "Meine Vision ist Glasfaser in jedes Haus", sagte Söder.

SPD: Richtiger Weg


Die SPD-Wirtschaftssprecherin Annette Karl begrüßte, dass die Staatsregierung beim schnellen Internet "nach langen Jahren des Nichtstuns endlich den richtigen Weg eingeschlagen" habe, kritisierte jedoch, dass der ländliche Raum gegenüber den Städten weiter abgehängt werde. In München oder Nürnberg seien inzwischen Bandbreiten von 100 MBit/s und mehr verfügbar. Wenn der ländliche Raum beim Standard 30 MBit/s stehen bleibe, werde der Abstand zu den Städten zementiert.

Meine Vision ist Glasfaser in jedes Haus.Finanzminister Markus Söder (CSU)
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