CSU und Opposition streiten wegen Schneekanonen in bayerischen Skigebieten
Natur leidet Jahrzehnte

Ein von einer Schneekanone produzierter Schneehaufen liegt auf der grünen Skipiste des Falkenliftes am Tegelberg bei Hohenschwangau. Die Landtags-SPD kritisiert die staatliche Förderung von Schneekanonen und warnt vor schweren Umweltschäden. Bild: dpa
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Bayern
25.05.2016
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Die Schneekanonen in den bayerischen Skigebieten sind seit Jahren Streitthema zwischen CSU und Opposition. Doch nun liefert die Staatsregierung SPD und Grünen im Schneekanonenstreit Futter.

München. Die Modernisierung von Skigebieten mithilfe von Schneekanonen kann die Natur in den Alpen über Jahrzehnte hinweg schädigen. Zu dieser Einschätzung kommt das Umweltministerium in der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Landtags-SPD. Ursache sind demnach weniger die Schneekanonen selbst als vielmehr die dafür notwendigen Baumaßnahmen: "Bei der Verlegung von Wasser-, Druckluft- und Stromleitungen werden schwere Baumaschinen eingesetzt und gerade in höheren Lagen kann es viele Jahrzehnte dauern, bis sich Humusschicht, Bodenleben sowie Pflanzen- und Tierwelt von den Eingriffen erholen können", heißt es in dem Papier. Die SPD sieht sich in ihrer Kritik an der staatlichen Förderung von Schneekanonen bestätigt - und fordert eine Verschärfung der Vorschriften. Laut Umweltministerium treten Umweltschäden bei "baulich veränderten" Skipisten auch unabhängig von künstlicher Beschneiung auf - gemeint ist die Planierung von Pisten.

Die Staatsregierung auf der einen sowie SPD und Grüne auf der anderen Seite im Landtag fechten seit Jahren um die Schneekanonen. Die vergleichsweise kleinen bayerischen Skigebiete haben große Mühe, mit der Konkurrenz in Tirol mitzuhalten. Die Staatsregierung fördert den Ausbau der Skigebiete, die Opposition argumentiert, dass sich der Klimawandel auch mit Hilfe von Beschneiung nicht aufhalten lasse.

Kunstschnee soll Skitourismus sichernSchnee aus der Kanone soll bei steigenden Temperaturen im Zuge des Klimawandels den Skitourismus retten. Pistenbetreiber vor allem in unteren und mittleren Höhenlagen versuchen dem Schneemangel mit Kunstschnee entgegenzuwirken. Es gibt verschiedene Modelle, darunter Schneelanzen und Propellerkanonen. Die ersten europäischen Schneekanonen kamen nach Angaben des bayerischen Landesamtes für Umwelt 1963 in Garmisch-Partenkirchen zum Einsatz.

Als einer der, eher unfreiwilligen, Erfinder der Schneekanone gilt US-Ingenieur Philip Tropeano. (dpa)
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