Demo gegen AKW Gundremmingen
Abschalten

Dass die Bevölkerung noch bis 2021 täglich einer unkalkulierbaren Gefahr aussetzt werden soll, ist völlig unnötig und fahrlässig.
Politik BY
Bayern
24.04.2016
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Für Atomkraftgegner ist das AKW Gundremmingen das gefährlichste Kernkraftwerk Deutschlands. Am Samstag gingen mehrere Hundert Menschen auf die Straße - für eine baldige Abschaltung des Meilers. Auch in Tschechien mobilisiert das Thema Kernkraft.

Gundremmingen/Prag. Rund 750 Menschen haben vor dem schwäbischen Atomkraftwerk Gundremmingen (Landkreis Günzburg) für eine baldige Abschaltung des Meilers demonstriert. "Spätestens im Jahr 2017 müssen beide Blöcke den Betrieb einstellen", forderte Raimund Kamm von einer regionalen Anti-Atom-Initiative am Samstag. Gundremmingen sei Deutschlands gefährlichstes Atomkraftwerk. "Es ist alt und abgenutzt und täglich droht eine Katastrophe."

Gefährlicher Strahlenmüll


Auch der Strahlenmüll ist den Atomkraftgegnern ein Dorn im Auge. "In Gundremmingen lagert schon jetzt die größte Menge an Atommüll in ganz Deutschland", sagt Herbert Barthel vom Bund Naturschutz in Bayern. Bereits am vergangenen Wochenende hatten Hunderte Menschen im niederbayerischen Niederaichbach die sofortige Abschaltung des Atomkraftwerks Isar 2 verlangt.

Der Block B in Gundremmingen soll im kommenden Jahr vom Netz gehen, der letzte Block C dann in fünf Jahren. Für den Grünen-Landesvorsitzenden Eike Hallitzky ist das zu spät. "Dass die Bevölkerung noch bis 2021 täglich einer unkalkulierbaren Gefahr aussetzt werden soll, ist völlig unnötig und fahrlässig", sagte er im Vorfeld der Demonstration. Die Grünen waren vor wenigen Wochen gemeinsam mit der SPD im bayerischen Landtag mit ihren Forderungen nach einem Abschalten noch in diesem Jahr gescheitert, die CSU-Mehrheit lehnte die Initiative ab.

Mehrere Hundert Menschen haben am Wochenende unterdessen in Tschechien gegen die Pläne der Regierung für ein Atommüllendlager demonstriert. An sieben Orten, die nach Ansicht der Behörden als Standort infrage kommen, gab es Kundgebungen, Stafettenläufe und Informationsveranstaltungen, wie die Veranstalter mitteilten.

Bis zum Jahr 2065


Vertreter der Gemeinden um den möglichen Standort "Brezovy potok", rund 60 Kilometer östlich von Furth im Wald (Kreis Cham), gaben ihren Rückzug aus einem Dialogforum der Endlagerbehörde Suaro bekannt. Die Proteste von Umweltschützern und Anwohnern fanden das zweite Jahr in Folge statt. Das Endlager für hochradioaktive Abfälle soll nach den Plänen der Regierung im Jahr 2065 in Betrieb gehen. Bis zum Jahr 2020 sollen zwei mögliche Standorte in die engere Auswahl genommen werden.
Dass die Bevölkerung noch bis 2021 täglich einer unkalkulierbaren Gefahr aussetzt werden soll, ist völlig unnötig und fahrlässig.Grünen-Landesvorsitzender Eike Hallitzky
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