Der Blick auf Bayern nach den Bluttaten
„Keine Panik“

Steve und Gigi Hall McGarvey aus Florida. Bild: we
Politik BY
Bayern
27.07.2016
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Otmar Kick. Bild: hfz

Weiden/Amberg. Drei Bluttaten innerhalb einer Woche - Deutschland ist erschüttert. Wie nehmen Menschen im Ausland die Woche der Gewalt in Bayern wahr?

Gigi Hall McGarvey, Hallandale Beach in Florida (USA): Die ehemalige Flugbegleiterin war bis zum Wochenende zu Gast in Schwarzenfeld (Kreis Schwandorf), wo die beiden Brüder ihrer Mutter Ilse wohnen. Durch ihren früheren Job wisse sie ganz genau, wie es sich anfühle, mit Anschlägen leben zu müssen. Gigi ist am Tag nach dem Amoklauf von München aus mit ihrem Mann Steve nach Hause geflogen. "München, das ist so eine warme, freundliche Stadt mit fröhlichen Menschen in Biergärten." Aber das Böse könne überall sein, sagt die Amerikanerin mit deutschen Wurzeln. Sie lasse sich durch den Terror nicht den Alltag diktieren: "Das Leben ist ein Geschenk." (we)

Otmar Kick wohnt in Nantes (Frankreich), stammt aber aus Schlicht bei Vilseck (Kreis Amberg-Sulzbach). Der Anästhesist schreibt per Facebook: "Hier in Frankreich ist auch großes Remmidemmi. Was das Ganze noch verschlimmert ist, dass die Medien die Konfusion zwischen Terrorismus und psychisch Kranken nicht klar trennen und somit ein Klima der Unsicherheit noch verstärken." Deutschland solle aus den Fehlern einer komplett gescheiterten Integrationspolitik wie in Frankreich lernen. Im August will er "ohne jegliche Hintergedanken" wieder in die Oberpfalz kommen. "Beste Grüße et pas de panique! (Französisch für "Keine Panik")" (sv)

Eric de Hennezel aus dem französischen Aix-en-Provence hat selbst einige Jahre in Regensburg gearbeitet und gelebt - und "würde nicht zögern, wieder nach Bayern zu reisen". Zu den Attacken in Deutschland hat er eine klare Meinung: Bundeskanzlerin Angela Merkel habe zu viele Migranten ins Land gelassen. Er fühle sich in Frankreich zwar sicher, sagt der Handelsvertreter für Medizinprodukte. Allerdings gebe es eine zunehmende Spannung zwischen Nichtmuslimen und Muslimen. (gib)

Lesley Gibbs, 65, aus London, hat einen Sohn, der in Regensburg lebt. Von einem Besuch bei ihm würde sie auch nach den jüngsten Anschlägen nicht abhalten lassen. Ohne den familiären Bezug würde sie Deutschland aber derzeit nicht unbedingt als Urlaubsregion wählen, räumt die Lehrerin ein. In England glauben viele Menschen, es könne "England als nächstes treffen". (gib)

Ludwig und Claudia Kirchhofer, aus Grafenwörth, Niederösterreich: Die breite Berichterstattung könne Nachahmungstäter animieren. "Wir werden auf dem Deutsch-Amerikanischen Volksfest unsere Umgebung viel, viel besser beobachten als die Jahre davor." Angst hätten sie nicht, aber es sei Vorsicht geboten. (abu)

Erhöhte Sicherheit für Volksfest


Grafenwöhr/Wunsiedel. (räd) Nach den Terrorschlägen in Deutschland gelten auch für das Deutsch-Amerikanische Volksfest auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr (ab Freitag, 5. August) sowie die Luisenburg-Festpiele in Wunsiedel erhöhte Sicherheitsmaßnahmen.

"Wir stehen in ständigem Kontakt mit deutschen Sicherheitskräften", sagte Franz Zeilmann, Pressesprecher der US-Armee in Grafenwöhr, am Dienstag. Militärpolizei und deutsche Polizei werden vor Ort sein, kündigte er an. Es gebe es Fahrzeug- und Personenkontrollen. Besucher über 16 Jahren benötigten einen gültigen Personalausweis. Ferner sind Rucksäcke, große Taschen und Beutel, Kühl- und Picknick-Boxen sowie Messer und Waffen verboten.

Bei den Luisenburg-Festspielen dürfen laut einer Pressemitteilung keine Rucksäcke, große Taschen sowie Speisen und Getränke in den Zuschauerraum mitgenommen werden.
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