Der CSU-Vorsitzende will am Sonntagabend nicht spekulieren, sondern nur feiern
Seehofers goldener September

Der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer jubelt. Bild: dpa
Politik BY
Bayern
23.09.2013
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Zum Glück hat die CSU einen Vorsitzenden. Sonst wüssten die Anhänger bei der CSU-Wahlparty in München gar nicht so recht, was sie mit den Hochrechnungen anfangen sollen. "Ich habe noch nie erlebt, dass an einem Wahlabend zwischen absoluter Mehrheit und Opposition alles möglich ist", sagt Landtagsfraktionssprecher Franz Stangl, der schon für Franz Josef Strauß Wahlkampf gemacht hat. In diese Ungewissheit hinein tritt Horst Seehofer auf die Bühne und betont "Der Sieger des heutigen Abends steht fest: Es ist die Christlich-Soziale Union!" Seehofer sieht sich bestätigt. "Ich habe für die CSU einen goldenen September vorhergesagt - es hat ihn gegeben."

Das Rätselraten über die Bedeutung der Zahlen beginnt schon um 18 Uhr. Bundesweit 42 Prozent für die Union, das sorgt für Jubel, die 26 Prozent für die SPD noch mehr, ungläubiges Staunen aber über das Scheitern der FDP und den möglichen Parlamentseinzug der Alternative für Deutschland (AfD). Theoretisch wäre eine linke Mehrheit aus SPD, Grüne und Linken möglich. Landtagsfraktionschefin Christa Stewens freut sich über das gut eigene Abschneiden, "aber leider hat's die FDP nicht geschafft". Ein paar Krokodilstränchen verdrückt Stewens.
Lange deuten die Hochrechnungen darauf hin, dass CDU und CSU mit der SPD regieren müssten. Es würde dann schwerer, CSU-Ziele durchzusetzen. Und davon hatte Horst Seehofer in seinen Bayern-Plan allerhand geschrieben. Einer meint, zu fordernd könne die CSU auch nicht auftreten - denn eine Große Koalition hätte auch ohne die CSU eine satte Mehrheit.

Seehofer gibt sich unbeirrt. "Wir dürfen nicht in die Lage kommen, dass die Leute sagen, bei der CSU stimmen Wort und Tat nicht zusammen." Er sagt das zu der Zeit, als erste Hochrechnungen eine absolute Mehrheit für CDU und CSU für möglich halten. Es sind auch die Momente, als das überraschend gute Abschneiden der Euro-kritischen AfD heiß diskutiert wird. Denn die AfD-Stimmen fehlen Union und FDP.

Auf all diese Spekulationen und Kaffeesatzlesereien lässt sich Horst Seehofer nicht ein. Er stellt nur fest, "dass wir in Bayern wieder klare Verhältnisse haben". Über alles weitere will er nicht spekulieren. Seehofer ist Profi genug, um nicht schon auf der Grundlage labiler Hochrechnungen voreilige Schlüsse zu ziehen. Die euphorisierte Anhängerschaft lässt dem Chef das durchgehen. Zumal er ankündigt, heute einmal "gegen meine Natur" feiern zu wollen.
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