Diskussion um Düngung in der Landwirtschaft
Uran auf dem Acker

Symbolbild: dpa
Politik BY
Bayern
15.04.2016
52
0

München. Die Verwendung von mineralischem Phosphatdünger auf Äckern führt zu einer Uran-Anreicherung in den Böden. Das berichtete das Umweltministerium im Umweltausschuss des Landtags. Bei bayernweit 94 genommenen Bodenproben sei eine mittlere Konzentration von 1,2 Milligramm je Kilo Boden ermittelt worden, berichtete Ministerialrat Michael Haug. Regional belastbare Daten ließen sich daraus nicht ableiten. Zwar gebe es in einigen Landesteilen einen natürlichen Urangehalt der Böden von bis zu fünf Milligramm, doch ließen höhere Werte in den Oberböden sowie die Ergebnisse von Versuchen darauf schließen, dass Phosphatdünger die natürliche Uran-Belastung erhöhten. Aus Vorsorgegründen sei eine Verringerung des Urangehalts in Düngemitteln wünschenswert, sagte Haug. Das Uran im Dünger stammt aus dem Phosphat-Abbau. Rohphosphat aus Nordafrika enthalte zum Beispiel rund 200 Milligramm Uran pro Kilo.

Technisch lasse sich das radioaktive Schwermetall entfernen, doch führe dies wohl zur Verdoppelung der Düngemittelpreise. Entsprechende Vorgaben seien nur über die für alle EU-Staaten gültige Düngemittelverordnung sinnvoll. Im Grundwasser oder in Nutzpflanzen gebe es bislang keine Anzeichen für eine Urananreicherung. Der SPD-Abgeordnete Harry Scheuenstuhl erklärte, es sei nicht beruhigend, wenn das Uran in oberen Bodenschichten hängen bleibe. Wenn es schon technische Möglichkeiten zur Uranreduzierung in Düngemitteln gebe, müssten diese genutzt werden. Handlungsbedarf sahen auch die Vertreter der anderen Fraktionen. Saubere Böden seien schließlich das "wichtigste Gut der Landwirte", erklärte Anton Kreitmair (CSU). Er warnte aber auch vor Kostensteigerungen für die Landwirte von etwa 50 Euro je Hektar und Jahr. Rosi Steinberger (Grüne) sagte, es bestehe die Gefahr, dass es durch die fortschreitende Uran-Anreicherung im Boden früher oder später doch zu Auswaschungen ins Grundwasser komme.

Höhere Preise oder höhere Belastung - Kommentar zu Uran-Belastung durch Dünger
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.