Druck auf Staatsregierung wächst
Lieber neuen Jahre aufs Gymnasium

Politik BY
Bayern
15.04.2016
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München. Der Druck auf die CSU zur flächendeckenden Rückkehr zu einem neunjährigen Gymnasium nimmt immer weiter zu. An den 47 Pilotschulen, an denen die sogenannte Mittelstufe plus erprobt wird, haben sich in diesem Jahr mehr als 60 Prozent der Siebtklässler und damit noch einmal mehr Schüler als im vergangenen Jahr für die längere Variante entschieden. Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) bestätigte am Donnerstag entsprechende Berichte der "Süddeutschen Zeitung". Die genauen Zahlen sollen dann Anfang Mai vorliegen.

Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) stellte aber klar, dass es derzeit noch keine Pläne gebe, auf der Kabinettsklausur im Juli über das weitere Vorgehen zu entscheiden. "Es ist noch kein einziges Gespräch inhaltlich geführt", betonte er auf dpa-Anfrage. Es gehe derzeit "um das weitere Verfahren und um Verlässlichkeit in der Bildungspolitik. Mehr ist im Moment wirklich nicht zu sagen." Allerdings hatte Seehofer zuletzt betont, dass es auf der Klausur um die wesentlichen Bausteine der künftigen Regierungsarbeit in Bayern gehen solle - und dazu gehört das Thema Gymnasium zweifelsohne.

Die Mittelstufe plus war von der Staatsregierung konzipiert worden, um den jahrelangen Dauerstreit um eine Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium zu befrieden. Dabei durchlaufen Schüler die Mittelstufe in vier statt in drei Jahren, wobei sie dann pro Schuljahr weniger Pflichtstunden haben als im "normalen" G8-Zug. Nach dem Pilotversuch an insgesamt 47 Schulen soll entschieden werden, wie es weitergeht.

"Wir haben einen klaren Fahrplan", sagte Spaenle am Donnerstag. Im Lichte der Erfahrungen aus der zweijährigen Pilotphase werde man die notwendigen politischen Schlüsse ziehen. Hier wolle er dem Kabinett und der Fraktion nicht vorgreifen. Nach Vorstellung von Spaenle könnte künftig jede Schule selbst entscheiden, ob sie die Mittelstufe plus anbieten will. Theoretisch denkbar ist aber auch eine noch weitergehende Rückkehr zu einem neunjährigen Gymnasium. Der Landesvorstand der bayerischen Direktorenvereinigung hatte die Politik zuletzt aufgefordert, sich eindeutig entweder für ein achtjähriges oder für ein neunjähriges Gymnasium zu entscheiden.

Auch die Opposition erhöht den Druck auf die CSU: SPD-Fraktionschef Markus Rinderspacher kündigte einen neuerlichen Gesetzentwurf zum kompletten Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium an. Ähnliche Aussagen waren von den Freien Wählern zu hören.
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Stefan Kreuzeck aus Pfreimd | 15.04.2016 | 20:10  
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