Emilia Müller eröffnet zweites "Balkanzentrum" in Bamberg
Erfolgreiche Rückführung

Große Kinderaugen: Sozialministerin Emilia Müller spricht in Bamberg in der Erstaufnahmeeinrichtung mit einem Asylbewerber. Bild: dpa
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Bayern
17.09.2015
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Das vor gut zwei Wochen eröffnete erste Aufnahmezentrum für Balkan-Flüchtlinge in Manching bei Ingolstadt ist aus Sicht von Sozialministerin Emilia Müller (CSU) "erfolgreich angelaufen". Die ersten Rückführungen von Asylbewerbern in den Balkan seien erfolgt, sagte sie am Mittwoch in Bamberg.

Nach Angaben eines Ministeriumssprechers wurden über die Einrichtung in Oberbayern bislang 31 Balkan-Flüchtlinge zurück in ihre Heimat gebracht. Insgesamt befinden sich in Manching derzeit mehr als 350 Asylbewerber mit wenig Aussicht auf ein Bleiberecht. Immer mehr Balkan-Flüchtlinge lassen sich Müller zufolge beraten, wie sie freiwillig in ihre Heimatländer zurückreisen können. "Das ist auch ein Signal in den Westbalkan, dass es keinen Sinn macht, hierherzukommen und Schleusern Geld zu geben", sagte sie.

Die Ministerin eröffnete am Mittwoch in Bamberg offiziell das zweite bayerische Rückführungszentrum. Seit Montag wurden dorthin etwa 150 Asylbewerber aus anderen Einrichtungen gebracht. Die Asylverfahren sollen innerhalb von sechs Wochen abgeschlossen werden. Mitarbeiter des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge sind ebenso in dem sogenannten "Balkanzentrum" wie eine Dependance des Verwaltungsgerichts Bayreuth. Zu Berichten, wonach der Bund prüft, ob US-Siedlungen im Raum Schweinfurt und das frühere Militärgelände in Bamberg für die Unterbringung von jeweils bis zu 5000 Menschen geeignet sind, sagte Müller: "Derzeit werden alle Bundesliegenschaften in der gesamten Bundesrepublik Deutschland untersucht, es gibt aber noch keine Entscheidung für einen Standort - außer, dass man gesagt hat, Schweinfurt wäre sehr gut geeignet." Mit Blick auf den nahenden Winter und einer dann möglichen weiteren größeren Flüchtlingswelle betonte Müller: "Es würde niemand verstehen, wenn wir Zelte aufstellen und es gäbe feste Unterkünfte, wie zum Beispiel Kasernen." Der Bund dürfe aber nicht über die Köpfe der Länder hinweg Einrichtungen eröffnen.
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