Erzieher machen weiter Druck für Abschluss

Im Kita-Tarifkonflikt sind in Nürnberg tausende Beschäftigte aus Bayern und Baden-Württemberg auf die Straße gegangen. An dem Protestzug nahmen am Samstag nach Angaben der Veranstalter etwa 4500 Menschen teil, die Polizei sprach von etwa 3500 Teilnehmern. Bild: dpa
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Bayern
15.06.2015
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Im Kita-Tarifkonflikt zeigen sich die Erzieher weiter kampfbereit. Ihr Signal ist klar: Sie wollen eine spürbare Aufwertung der Arbeit im Sozial- und Erziehungsdienst - sonst drohen weitere Streiks.

Vor dem Schlichterspruch im Kita-Tarifkonflikt haben Zehntausende Erzieher und Sozialarbeiter ihrer Forderung nach mehr Lohn und Anerkennung für ihre Arbeit Nachdruck verliehen. An dem bundesweiten Aktionstag mit Schwerpunkten in Köln, Hannover, Nürnberg und Dresden nahmen am Samstag nach Angaben des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) 26 500 Demonstranten teil. DGB-Chef Reiner Hoffmann forderte die Arbeitgeber zu Bewegung in der laufenden Schlichtung auf. Erzieher und Sozialarbeiter leisteten Tag für Tag Schwerstarbeit in einer sich wandelnden Gesellschaft mit steigenden Ansprüchen und Erwartungen. "Sie leisten verdammt viel und verdienen dafür viel zu wenig", sagte Hoffmann auf einer Kundgebung in Hannover. "Sprudelnde Steuereinnahmen" machten eine Aufwertung des Berufsstandes möglich.

SPD-Chef und Vizekanzler Sigmar Gabriel sah auch den Bund in der Pflicht: Er müsse die Aufgaben, die er den Kommunen aufdrücke, mittragen. Dazu gehöre auch die Leistung, die die Kommunen mit ihren Kitas und Sozialeinrichtungen vorhalten müssten. Der Bund habe bereits begonnen, Städte und Gemeinden bei den Kosten für die Unterbringung der Flüchtlinge zu entlasten. Entweder Geld für Flüchtlinge oder eine anständige Bezahlung der Erzieher - "diese Alternative darf nicht stattfinden", sagte Gabriel.

Gewerkschaften und Arbeitgeber hatten in dem Tarifkonflikt ein Schlichtungsverfahren vereinbart. Die beiden Schlichter - Hannovers Ex-Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg (SPD) und der frühere sächsische Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) - wollen bis zum 22. Juni einen Vorschlag präsentieren. Die Gewerkschaften fordern für die bundesweit 240 000 Beschäftigten im Schnitt zehn Prozent mehr Lohn und Gehalt. Die Arbeitgeber halten dies für nicht finanzierbar. (Kommentar)
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