Festhalle vorerst kein Notquartier
Bürgermeister Manfred Porsch: Halle nicht für Flüchtlinge benötigt

Rund 100 Bürger wollten wissen, wo die Gemeinde steht und welche Aufgaben sie im kommenden Jahr zu bewältigen hat. Bilder: ak (2)
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Bayern
16.12.2015
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Lassen Sie uns gemeinsam die Integration starten. Ich habe keine Bange, wir Speichersdorfer schaffen das.

Die Gemeinde Speichersdorf ist trotz vielfaltiger Aufgaben gut aufgestellt. Herausforderungen von der Aufnahme von Flüchtlingen bis zu großen Baumaßnahmen sind genügend da, doch ehrenamtliches Engagement und Finanzen passen. Alles kann 2016 aber nicht gemeinsam gelöst werden.

Speichersdorf. Groß war das Interesse am Rechenschaftsbericht von Rathauschef Manfred Porsch sowie an der Frage- und Antwortstunde in Bürgerversammlung für alle Gemeindeteile. Über 100 Zuhörer ließen sich über das Arbeitspensum der Kommune und die bevorstehenden Aufgaben informieren.

Porschs erster Schwerpunkt war die Flüchtlingsproblematik. "In der ehemaligen Arztpraxis in der Goethestraße 15 werden zwei Wohngruppen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge eingerichtet", teilte er mit. Die Bürger und Vereine forderte er zu erneuter Solidarität und Hilfsbereitschaft auf. Die bis zu 24 jungen Flüchtlinge werden nach dem durch den Eigentümer finanzierten Umbau im Frühjahr in das auf fünf Jahre angemietete Wohnheim einziehen. Betreut werden sie von bis zu acht Pädagogen und Sozialarbeitern eines Wunsiedeler Institutes und einem dauernd anwesenden Hausmeister.

"Lassen Sie uns gemeinsam die Integration starten. Ich habe keine Bange, wir Speichersdorfer schaffen das", versicherte Porsch. Die ehrenamtliche Betreuung der Flüchtlinge werde durch die Caritas und die drei Seelsorger mit getragen. Die vom Landkreis als Notunterkunft vorgesehene Festhalle werde vorerst nicht mit Flüchtlingen belegt.

Zum Jahresgeschehen berichtete der Rathauschef, dass 70 verstorbenen Bürgern 44 Geburten gegenüberstehen. Die Gemeinde beheimatet aktuell 5813 Bürger mit Haupt- und 209 mit Nebenwohnsitz. Der Ausländeranteil beträgt 4,5 Prozent in der viertgrößten Gemeinde des Bayreuther Landkreises. Oberfranken ist die von der Demografie am stärksten betroffene Region Bayerns.

Lassen Sie uns gemeinsam die Integration starten. Ich habe keine Bange, wir Speichersdorfer schaffen das.Bürgermeister Manfred Porsch

Sportlicher Höhepunkt war die Kegelweltmeisterschaft in der Sportarena. Porsch zollte allen Verantwortlichen höchsten Respekt. Sportler und Funktionäre hätten deren Leistung in den höchsten Tönen gelobt. Mit der Speed-Stacking-Weltmeisterschaft am 1. April 2016 steht das nächste sportliche Großereignis an.

Nur noch vier frei Parzellen


Im investiven Bereich hat die Gemeinde den Grundstückskauf und die Erschließung des Baugebietes Kirchenlaibach Nord-West mit 4,9 Millionen Euro abgeschlossen. Nur mehr vier Bauparzellen sind noch zu erwerben. Weitere Projekte waren der Bau der Gemeindeverbindungsstraße nach Roslas mit Bahnbrückenneubau sowie Kanalanschluss von Frankenberg, Nairitz und Kodlitz. Die verbesserte Breitbandversorgung fast aller Ortschaften ist abgeschlossen. Die ordentliche Tilgung beträgt 770 000 Euro, die freie Finanzspanne 858 000 Euro. Der Staat steuerte für Bauvorhaben 1,6 Millionen Euro bei. Von den 1 480 000 Euro genehmigter Kreditaufnahme sind bisher 800 000 Euro aufgenommen worden.

Eine Gebührenkalkulation im Wasser- und Abwasserbereich ergab eine deutliche Unterdeckung in den vergangenen vier Jahren. Zudem führte die Kommune die gesplittete Abwassergebühr ein. Die neue Gebühr für Niederschlagswasser beträgt 0,16 Euro je Quadratmeter befestigter Fläche. Der Abwasserpreis stieg auf 2,08 Euro, der Frischwasserpreis auf 1,21 Euro je Kubikmeter zuzüglich Mehrwertsteuer.

Unter LandkreisschnittZur finanziellen Situation führte Manfred Porsch aus, dass das Haushaltsvolumen 2015 insgesamt 15 Millionen Euro betrage. 6,1 Millionen Euro seien für Investitionen vorgesehen. Die Zuführung liege bei 1,5 Millionen Euro, der Schuldenstand bei 8,45 Millionen Euro. Mit einer Pro-Kopf-Verschuldung von 1500 Euro liege die Gemeinde über dem Landes-, aber weiter unterm Landkreisdurchschnitt. Haupteinnahmequellen sind die Einkommensteuer (2 350 000 Euro), Schlüsselzuweisung (2 150 000), Gewerbesteuer (700 000), Grundsteuern A und B (510 000) und Verbrauchsgebühren (645 000). Als Kreisumlage werden 2 015 000 Euro abgeführt. Größter Ausgabeposten im Verwaltungshaushalt sind die Personalkosten mit 1 700 000 Euro. Rund 500 000 Euro werden als Personalkostenanteil an die Betreiber der Kindergärten bezahlt. (ak)
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