Freistaat stärkt Regionen
Gesundheitsministerium zieht nach Nürnberg

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Bayern
31.07.2016
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Die Staatsregierung treibt die Behördenverlagerung in die Regionen voran. Nun soll ein ganzes Ministerium München verlassen. In der nördlichen Oberpfalz fördert der Freistaat ein geplantes neues Ausbildungszentrum des Roten Kreuzes.

Weiden/Nürnberg. Das bayerische Ministerium für Gesundheit und Pflege mit Melanie Huml (CSU) an der Spitze wird von der Landeshauptstadt München nach Nürnberg verlagert. Das Haus mit seinen mehr als 200 Mitarbeitern ziehe in das "Herz der Gesundheitsregion Franken" um, teilte die Landesregierung am Samstag nach ihrer Kabinettsklausur in Sankt Quirin am Tegernsee mit. Damit würden "wichtige strukturelle Impulse für den gesamten nordbayerischen Raum" gesetzt.

Von weiteren Behördenverlagerung in die nördliche Oberpfalz, über die bereits beschlossenen hinaus, ist nichts bekannt geworden. Allerdings unterstützt und fördert die Staatsregierung die Planungen des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK), ein Ausbildungszentrum zur Katastrophen- und Terrorabwehr für alle Rettungsorganisationen in Bayern zu errichten. Das BRK soll das Zentrum auf Basis einer Vereinbarung aller Rettungsorganisationen mit Unterstützung des Freistaats betreiben, teilte die Regierung mit. "Ein detailliertes Konzept soll zügig erstellt werden."

BRK baut in Nordoberpfalz


Nach Angaben des BRK-Präsident Theo Zellner plant sein Verband seit längerem die Einrichtung des Ausbildungs- und Trainingszentrums für komplexe Gefahrenlagen. "Damit verbunden ist auch ein zentrales Lager zur Bevorratung von Hilfsgütern wie zum Beispiel Zelten, Betten und sanitären Anlagen", teilte das BRK am Samstag mit. Der für Rettungsdienst und Katastrophenschutz zuständige BRK-Landesgeschäftsführer Leonhard Stärk sagte, es sei für das BRK selbstverständlich, dass die bayerischen Hilfsorganisationen in die weiteren Schritte eingebunden würden. Die Planungen sind laut Zellner eine Reaktion auf Defizite, die während der Flüchtlingskrise und während der großen Hochwassereinsätze erkannt worden waren. Noch ist offen, ob das Zentrum nach Weiden oder in die Kreise Tirschenreuth oder Neustadt/WN kommen soll.

Den Umzug des Gesundheitsministeriums begründet die Regierung auch mit der Anbindung an das "Medical Valley EMN", als das sich die Europäische Metropolregion Nürnberg etabliert habe. Er soll diese Legislaturperiode angegangen werden. Bisher ist in Nürnberg das bayerische Heimatministerium angesiedelt, das ein Teil des Finanzressorts von Minister Markus Söder (CSU) ist.

Der Nürnberger Oberbürgermeister, Ulrich Maly (SPD), begrüßte, dass es sich "um ein ganzes Ministerium und nicht nur eine Münchener Außenstelle handelt". Den Umzug des kleinsten bayerischen Ministeriums nannte er ein Symbol des Freistaats, Nürnberg "im Blick auf die Präsenz höchster staatlicher Institutionen zu stärken". (Kommentar und Seite 5)
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