Frust treibt zu Pegida

Politik BY
Bayern
15.01.2015
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Zum ersten Mal haben Wissenschaftler die Einstellungen der Demonstranten untersucht, die wöchentlich in Dresden mit den Islam-Kritikern der Pegida auf die Straße gehen. Mit überraschenden Ergebnissen.

Die Pegida-Demonstranten in Dresden gehen mehrheitlich gar nicht gegen den Islam, sondern aus Unzufriedenheit mit der Politik auf die Straße. Das geht aus der ersten empirischen Untersuchung der Anhänger der islamkritischen Bewegung hervor. Obwohl sie an einer Kundgebung der Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes (Pegida) teilnehmen, nenne noch nicht einmal ein Viertel den Islam, Islamismus oder die Islamisierung als Grund dafür, sagte der Politikwissenschaftler Hans Vorländer von der TU Dresden am Mittwoch bei der Vorlage der Studie. Vorländers Team hatte bei drei Demonstrationen in Dresden zwischen dem 22. Dezember und vergangenem Montag rund 400 Teilnehmer befragt. Der typische Pegida-Demonstrant ist demnach 48 Jahre alt, männlich, aus Sachsen, gut ausgebildet und verfügt über ein für sächsische Verhältnisse leicht überdurchschnittliches Einkommen. Nur zwei Prozent seien ohne Beschäftigung oder arbeitssuchend.

Die CSU äußert sich verhalten in der Debatte über den Islam in Deutschland. Parteichef Horst Seehofer lehnte am Mittwoch in München eine Bewertung der Einschätzung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ab, der Islam gehöre zu Deutschland: "Ich fange jetzt nicht eine Debatte über solche Äußerungen an", sagte Seehofer dazu. "Ich bin doch kein Zensor". Die CSU stellt stattdessen lieber das christliche Erbe Bayerns heraus: "Wir haben eine jahrhundertelange Tradition, die in den christlich-jüdischen Wurzeln fußt." Zum christlichen Menschenbild gehöre Respekt für andere Religionen. Seehofer machte deutlich, dass das keine Einschränkung des Islam in Bayern bedeuten soll: "Respekt bedeutet, dass man nicht nur etwas hinnimmt, sondern auch die Entfaltung ermöglicht."

CSU-Fraktionschef Thomas Kreuzer warnte in der "Passauer Neuen Presse", Terroristen könnten als Flüchtlinge getarnt nach Deutschland kommen. Hier haben 2014 so viele Flüchtlinge Schutz gesucht wie seit Anfang der 90er Jahre nicht mehr. Insgesamt wurden 202 834 Asylanträge gestellt, rund 60 Prozent mehr als im Vorjahr. Jeder fünfte Asylbewerber kam aus Syrien.

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.oberpfalznetz.de/pegida
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