Furcht um Macht in Landshut
CSU geht’s nass rein

Wer künftig im Landshuter Rathaus regiert, entscheidet sich bei einer Stichwahl. Bild: dpa
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Bayern
20.10.2016
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Landshut bleibt ein schwieriges Pflaster für die CSU. Nachdem der christsoziale Amtsinhaber Rampf nicht mehr antreten darf, muss die Partei zittern. Einst hatte auch schon Rampf ein Zerwürfnis mit der CSU und sich quasi auf den Chefsessel im Rathaus geputscht.

Landshut. In der niederbayerischen Bezirkshauptstadt Landshut muss die CSU nach Jahrzehnten um die Macht im Rathaus fürchten. Bei der Oberbürgermeister-Stichwahl an diesem Sonntag tritt CSU-Kandidat Helmut Radlmeier gegen FDP-Bewerber Alexander Putz an. Im ersten Wahlgang am 9. Oktober landete der Christsoziale mit 32,8 Prozent vor dem Liberalen (27,9 Prozent).

Der Kandidat der in Landshut traditionell starken Grünen, Stefan Gruber, kam zwar auf 22,4 Prozent. Er schied aber ebenso aus wie die SPD-Bewerberin Patricia Steinberger, die mit knapp 17 Prozent auf dem letzten Platz landete. Der noch amtierende Hans Rampf (CSU) darf nach zwölf Jahren im Amt aus Altersgründen nicht mehr antreten. Bereits in der Vergangenheit hatte die CSU in der 70 000 Einwohner großen Stadt Probleme bei der OB-Wahl. Als 2004 der langjährige bayerische Städtetagschef, CSU-Mann Josef Deimer, in den Ruhestand ging, zerstritt sich seine Partei heillos. Dabei war Deimer damals mit 35 Dienstjahren Deutschlands ältester Oberbürgermeister und hatte die ganzen Jahrzehnte konkurrenzlos in Landshut regiert. Doch die CSU wollte den in der Bevölkerung beliebten Unternehmer Rampf als Nachfolger nicht aufstellen und schickte einen anderen Kandidaten ins Rennen. CSU-Stadtratsfraktionschef Rampf ließ das nicht auf sich sitzen, trat bei der Wahl mit einer eigenen Liste an - und gewann gegen den offiziellen CSU-Kandidaten. Erst später näherten sich Rampf und die CSU wieder an.

Warnung von Seehofer


Nach der ersten Wahlrunde vor knapp zwei Wochen hatte CSU-Chef Horst Seehofer angesichts des knappen Ergebnisses seine Partei davor gewarnt, die Stichwahl als Selbstläufer anzusehen. "Wir gewinnen viele Wahlen - aber nicht alle", sagte er. Der 50-jährige Radlmeier sitzt seit 2013 als Landtagsabgeordneter im Maximilianeum, er ist gelernter Bankkaufmann. Sein Gegenkandidat Putz (52) ist Bauingenieur mit einem eigenen Ingenieurbüro.
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