G8 und G9 parallel
Doppeltes Gymnasium

"Deshalb kommt es jetzt darauf an, mit Geduld und mit Fairness diese Diskussion zu führen." Zitat: Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) zur Gymnasialreform
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Bayern
01.08.2016
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Die "Grundsatzentscheidung" ist getroffen: In Bayern wird es künftig acht- und neunjährige Gymnasien geben. Viele Details sind aber offen.

Gmund. Vielleicht ist dies der endgültige Schlussstrich unter einen jahrelangen Streit: In Bayern soll es künftig sowohl acht- als auch neunjährige Gymnasien geben. Diese "Grundsatzentscheidung" fällte das Kabinett auf seiner Klausur am Tegernsee, wie Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) zum Abschluss bekanntgab. Start soll zwar erst zum Schuljahr 2018/19 sein. Seehofer spricht aber schon jetzt von einer "neuen Epoche".

Sämtliche Gymnasien sollen in Zukunft selbst entscheiden dürfen, ob sie den acht- oder den neunjährigen Weg zum Abitur anbieten wollen. Bei größeren Schulen könnte es am Ende auch auf eine Parallelführung beider Varianten hinauslaufen, also von G8- und G9-Zügen. Die meisten - insbesondere kleinere - Schulen werden sich aber wohl entscheiden müssen, weil es sonst organisatorisch kaum zu bewerkstelligen ist. Die Entscheidung ist der logische Schluss aus einem Modellversuch, den die Staatsregierung vor einem Jahr gestartet hatte: An 47 Gymnasien wird derzeit eine "Mittelstufe plus" erprobt. Dort können Schüler mit ihren Eltern in der siebten Klasse entscheiden, ob sie die Mittelstufe in drei oder in vier Jahren hinter sich bringen wollen - ob sie also in acht oder in neun Jahren zum Abitur kommen wollen. Und das Bild an den Schulen ist eindeutig: Zwei Drittel entschieden sich zuletzt für die längere Variante.

Nicht zu schnell


Allerdings: Es gibt eben kein komplettes Zurück zum G9. Und: Seehofer will den gleichen Fehler wie Edmund Stoiber bei der G8-Einführung nicht wieder machen. Deshalb soll es erst zum Schuljahr 2018/19 losgehen. Die konkrete Ausgestaltung soll erst bis Jahresende geklärt werden, in einem Dialog mit allen Beteiligten. "Deshalb kommt es jetzt darauf an, mit Geduld und mit Fairness diese Diskussion zu führen", sagt Seehofer. Es gebe noch eine ganz Menge von Fragen, erklärt er: nach der Finanzierung, nach notwendigen Planstellen, nach der Organisation, nach besonderen Herausforderungen in Städten und auf dem Land.

Der Direktorenvereinigung der Gymnasien sind dies zu viele offene Fragen. Der Vorsitzende Karl-Heinz Bruckner warnt: "Unzählige Probleme sind programmiert, wenn die einzelne Schule selbst über G8 oder G9 oder einen Parallelbetrieb beider Varianten entscheiden muss." Und der SPD-Bildungsexperte Martin Güll klagt: "Die Staatsregierung schiebt die Verantwortung einfach weiter." Die Freien Wähler sehen sich dagegen bestätigt.

Weitere Ergebnisse der KlausurLebensmittelkontrolle: Für Lebensmittelkontrolle und -überwachung bleiben die Kreise zuständig. Allerdings wird eine neue Behörde installiert, die größere und international tätige Betriebe kontrollieren soll - mit Standorten in Kulmbach und in Südbayern.

Nationalpark: Umweltministerin Ulrike Scharf wurde beauftragt, einen Standort für einen weiteren Nationalpark auszuloten. Der Steigerwald ist aber ausgenommen.

Rente: Unter anderem soll die Mütterrente weiter ausgebaut werden, so dass Mütter von älteren Kindern bei der Rente mit denen jüngerer Kinder komplett gleichgestellt werden. Details des Konzepts will Sozialministerin Emilia Müller wohl im Laufe der kommenden Woche vorstellen. (dpa)


Deshalb kommt es jetzt darauf an, mit Geduld und mit Fairness diese Diskussion zu führen.Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) zur Gymnasialreform
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