Gegen den Trend
Mehr Einbrüche in der Oberpfalz

Während bayernweit die Zahl der Wohnungseinbrüche sinkt, stellt sich die Oberpfalz gegen den Trend. Im Bezirk sind sogar mehr Einbrüche zu verzeichnen. Archivbild: Götz
Politik BY
Bayern
08.12.2016
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Die Zahl der Gewaltdelikte ist in den vergangenen fünf Jahren bayernweit um 3,5 Prozent gesunken. Die gleiche Entwicklung zeichnet sich auch bei Einbrüchen ab. Nur nicht in der Region.

München. Während das Niveau bei Mord- und Totschlagsdelikten, bei denen es sich überwiegend um Versuche handelte, mit rund 350 pro Jahr nahezu gleich blieb, wurden vor allem die Fälle von Körperverletzung jeglicher Art weniger. Die durchschnittliche Aufklärungsquote lag bei rund 85 Prozent. Auffällig war der Rückgang der auf Straßen und Plätzen verübten Gewalt um 11,2 Prozent. Über 80 Prozent der ermittelten Gewalttäter waren Männer, die meisten davon zwischen 18 und 20 Jahre alt. Auch die Opfer kamen überwiegend aus diesem Personenkreis. Diese Daten legte Innenminister Joachim Herrmann am Mittwoch in seinem ersten Sicherheitsbericht dem Innenausschuss des Landtags vor.

Gegenläufige Tendenz


Eine Trendwende zum Positiven verzeichnete die Polizei bei den Wohnungseinbrüchen. Von 2014 auf 2015 sank deren Zahl in Bayern um 8,9 Prozent auf 7480. Knapp die Hälfte davon blieb im Versuchsstadium stecken. Gegenläufig war die Tendenz dagegen in der Oberpfalz. Dort stieg die Zahl der Einbrüche noch einmal von 548 auf 561. Die Aufklärungsquote lag in diesem Deliktsbereich bei nur 15 Prozent. Landespolizeipräsident Wilhelm Schmidbauer forderte deshalb, der Polizei neue Fahndungsansätze wie die Auswertung von Mobilfunkdaten zu ermöglichen. "Unser rechtliches Instrumentarium zur Aufklärung von Wohnungseinbrüchen ist derzeit grottenschlecht", sagte Schmidbauer.

Rivalisierende Gruppen


Seit 2011 kontinuierlich auf über 82 000 gestiegen ist die Zahl der ausländischen Tatverdächtigen. Ihr Anteil an allen Verdächtigen erhöhte sich von 24,2 auf 31,5 Prozent. Gleichzeitig wuchs auch die Zahl ausländischer Krimininalitätsopfer auf 26 565. Ihr Anteil an allen Opfern erhöhte sich von 16,8 auf 22,7 Prozent. Neben einem Anstieg rassistisch oder fremdenfeindlich motivierter Taten führten dazu auch zunehmende Konflikte unter Ausländern, die sich laut Herrmann mit dem Flüchtlingsstrom verstärkt hätten. Indiz dafür ist, dass die Polizei heuer bereits über 23 000 Mal zu Einsätzen in Asyl- und Flüchtlingsunterkünfte gerufen wurde. Im gesamten Vorjahr waren es gut 17 200 Fälle. Nach Angaben Schmidbauers hätten die Streitigkeiten überwiegend gewaltfrei geschlichtet werden können. Die dennoch von Flüchtlingen begangenen Gewalttaten richteten sich zu mehr als zwei Drittel gegen andere Flüchtlinge. Herrmann kündigte an, bei der Unterbringung künftig mehr darauf zu achten, dass politisch oder religiös rivalisierende Gruppen auf verschiedene Standorte verteilt würden. In seinem Fazit betonte Herrmann, dass sich die Sicherheitslage in Bayern auf "hohem Niveau" befinde. Er wisse aber auch, dass viele Bürger nach den Anschlägen von Würzburg und Ansbach sowie wegen der zunehmenden Internet-Kriminalität beunruhigt seien.

Dem stelle sich die Politik entschlossen entgegen. "Wir ergreifen repressive und präventive Maßnahmen, um die objektive Sicherheit weiter zu gewährleisten und das subjektive Sicherheitsgefühl wieder zu stärken", sagte Herrmann. In Bayern zu leben, heiße sicherer leben.

Mehr politisch motivierte GewaltEine Zunahme verzeichnete die bayerische Polizei in den vergangenen Jahren bei politisch motivierten Gewalttaten. Dies gilt für den Rechts- und Linksextremismus genauso wie für islamistisch geprägte Delikte. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) verwies auf die zuletzt verabschiedeten Sicherheitspakete, um gegen Extremismus jeglicher Richtung besser vorgehen zu können. (jum)

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