Gemeinde formuliert eigene Klimaschutzziele
Mehr Energie ins Energiesparen

Haus der Vereine und der Jugendtreff in der Kemnather Straße sollen über das Kommunale Investitionsprogramm energetisch saniert werden. Bild: ak
Politik BY
Bayern
02.03.2016
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Eigene Klimaschutzziele definieren und diese auch umsetzen, sind zwei Paar Schuhe. Beide machte der Gemeinderat jetzt passend. Auf der neuen kommunalen Energieagenda stehen Radwegebau, Nahwärmekonzepte und einiges mehr.

Speichersdorf. Nach dem Einstiegsvortrag von Markus Ruckdeschel von der Energieagentur Nordbayern (wir berichteten) stieß das Gremium weitere eigene Maßnahmen und Planungen für Energieeffizienz, -einsparung und Nutzung erneuerbarer Energien an. "Wir haben schon viel gemacht, aber noch nicht genug", erklärte Bürgermeister Manfred Porsch.

Nach der überraschenden Wende beim Radweg an der B 22 auf Kemnather Seite will die Gemeinde auch bei dessen Fortführung über Speichersdorf bis nach Bayreuth nicht nachlassen. Der Radwegebau wird als erstes Ziel des Energiekonzeptes festgeschrieben. Auf Vorschlag von drittem Bürgermeister Rudi Heier (SPD) wird er von Wirbenz bis Speichersdorf ausgeschildert. Rudi Kirchberger (UBV) appellierte, auf den Weiterbau entlang der B 22 zu drängen.

Über Chancen aufklären


Zweite Bürgermeisterin Simone Walter (CSU), Claudia Fischer (SPD) und Christian Porsch (UBV) schlugen vor, das Informationsdefizit bei Energieeinsparungsmöglichkeiten anzugehen. Der Gemeinderundbrief und das Internet sollen genutzt werden, um über Chancen und Förderwege aufzuklären. Dazu dienen auch Gespräche mit dem Energieberater am Landratsamt sowie der Energieagentur Nordbayern und die externe Begleitung durch Fachleute. Regelmäßige Info-Veranstaltungen sollen laut Matthias Busch (CSU) die Öffentlichkeitsarbeit unterstützen. "Wir müssen den Bürgern verdeutlichen, dass sich Energiesparen auch für den eigenen Geldbeutel lohnt", meinte Hermann Eisenhut (SPD).

Weiteres Ziel ist, die kommunalen Liegenschaften energetisch zu sanieren. Dazu stellte die Gemeinde Zuwendungsanträge für das neue kommunale Investitionsprogramm für zwei Gebäude in der Kemnather Straße. Matthias Busch (CSU) möchte die E-Mobilität ausbauen und über Energiespeicherung aufklären. Dazu braucht es für Pendler und Touristen E-Tankstellen am Bahnhof, an Rast- und Gaststätten sowie an der neuen Tankstelle. Ein neues E-Dienstfahrzeug für die Kommune war ein weiterer Vorschlag. "Die Energiewende muss eine Bürgerbewegung werden. Als Gemeinde gehen wir voran", meinte Porsch. Annke Gräbner (SPD) brachte eine Energiemesse ins Spiel. Die Herausforderung sollte über den ILE-Manager angenommen werden.

Porsch teilte mit, dass der Schultrakt 2016 eine neue Hackschnitzelheizung erhält. Damit werden per Fernwärmeleitung die Grund- und Mittelschule, die Sportarena und das Rathaus beheizt.

Schule ans Nahwärmenetz


Einstimmig beschloss der Gemeinderat den Anschluss der alten Schule in Kirchenlaibach an das Nahwärmenetz des Biogasanlagenbetreibers Etterer. Dazu ergänzte Ruckdeschel, dass für energetische Sanierungen auch im privaten Bereich bis zu 40 Prozent Zuschüsse gewährt wird.

Zum Thema Stromgewinnung mittels Photovoltaikanlagen sah das Gemeindeoberhaupt weitere Ausbauchancen. Über die Rahmenbedingungen mit einem überarbeiteten Flächennutzungsplan war sich die Runde jedoch nicht schlüssig. Flächen entlang der Bahnlinien und solche für die direkte Verwendung in nahen Gewerbebetrieben sind zur baurechtlichen Zulässigkeit und hinsichtlich deren Abstand zur Wohnbebauung zu prüfen. Die Gemeinderäte wollen sich damit in einer der nächsten Sitzungen auseinandersetzen.

Ruckdeschel berichtete, dass es für die Begleitung beim Umsetzen von Energieeinsparungsmaßnahmen rund 70 Prozent und für ein kommunales Energiemanagement zur Einführung 40 Prozent Zuschüsse gibt.
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