Gemeinderat stimmt Antrag der Diakönie zu
Tagespflege kommt in Schule

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Bayern
02.12.2016
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Eine Tagespflege für Senioren sei für die Zukunft ganz wichtig. "Wir brauchen mehr ambulante Betreuung", sagte Bürgermeister Manfred Porsch in der Gemeinderatssitzung. Er gab damit den Startschuss für eine Station im Erdgeschoss der Mittelschule.

Speichersdorf. Einen entsprechenden Wunsch hatte die Diakonie an die Gemeinde herangetragen. Verschiedene Objekte wurden daraufhin in Augenschein genommen, auch das Schulgebäude. Nur noch ein Zimmer werde dort genutzt, alle benötigten Räume seien ebenerdig und behindertengerecht, führte der Versammlungsleiter aus.

Im Erdgeschoss bieten vier Räume die geeigneten Voraussetzungen. Erforderlich wird ein neuer Zugang von der Hauptstraße her. Den ersten Raum vor dem Treppenhaus würde die Diakonie für die Schwestern und den Verein nutzen. Die folgenden Räume dienen der Tagesbetreuung von 20 bis 25 Senioren.

Die für den Schulbetrieb vorgesehenen Räume müsste die Regierung entwidmen. Zu den geschätzten Umbaukosten von 500 000 bis 600 000 Euro könnte die Gemeinde eine Förderung von zehn Prozent geben. Zu gering, meinten verschiedene Stimmen im Gremium und forderten eine Ausnahme von den gemeindlichen Richtlinien zur Förderung der Vereine. Davon will der Rathauschef aus Gründen der Gleichbehandlung aber nicht abweichen. Er sah zum Beispiel in der Übernahme der Kosten für die Zufahrtgestaltung eine andere Möglichkeit, die Diakonie zu entlasten. Ein positives Signal kam auch vom Landratsamt für die geplante Umbaumaßnahme, weil die Seniorenbetreuung immer mehr zur Pflicht der Kommunen wird.

"Ein fantastisches Projekt", wertete Franc Dierl (CSU) die Pläne der Diakonie. Gleichzeitig verwies er auf zu treffende Regelungen wie Bauunterhalt und -folgekosten. "Wir sollten heute das Signal geben, dass die Diakonie weiterplanen kann", äußerte dazu Christian Porsch (UBV).

In seinem Beschluss gab der Gemeinderat ein Zeichen, nach Inhalt und Umfang die Bemühungen der Diakonie zu unterstützen und zehn Prozent Förderung zu gewähren. Die anfallende Miete könnte wieder als Zuschuss ganz oder teilweise an die Diakonie zurückfließen, um den Betrieb zu entlasten.

Tauritzmühle: Porsch für asphaltierten WegDas Konzept für einen behindertengerechten Rundweg an der Tauritzmühle stellte Bürgermeister Manfred Porsch vor. Entsprechende Gedanken wurden mit dem Fichtelgebirgsverein gemacht und abgesprochen. Im Sommer nächsten Jahres soll er eingeweiht werden.

Porsch erläuterte den etwas geschwungenen, zwei Meter breiten und 440 Meter langen Wanderweg entlang der Haidenaab. Sitzbankgruppe und Spielplatz mit Geräten sind für eine Rast und zur Erholung vorgesehen. Porsch wünscht sich einen asphaltierten Weg. Für Rollstuhlfahrer sind gepflasterte Wege aufgrund ihrer Spalten und Schotterwege wegen ihrer Unebenheiten weniger geeignet. Zudem ergibt sich die Frage der Reinigung, weil einer der beiden vorgesehenen Anbandwege auch von landwirtschaftlichen Fahrzeugen genutzt wird. Start ist beim geplanten Anbau der Wanderschutzhütte.

Den Zugang zu einer behindertengerechten Toilette, die Mühle und den Biergarten sieht das Gemeindeoberhaupt als großen Vorteil für das Vorhaben. Baulastträger wäre die Gemeinde, erklärte Porsch. Er erwartet Zuschüsse in Höhe von bis zu 90 Prozent. Ausgleichsflächen müssten für den Rundwanderweg zur Verfügung gestellt werden. (bkr)
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