Geplante Flüchtlingsunterkunft im alten Milchhof Marktredwitz
Asyl im alten Milchhof

Oberbürgermeister Oliver Weigel, Thomas Edelmann und Manfred Söllner (von rechts) trafen sich zum Abstimmungsgespräch im Rathaus. In der kommenden Woche muss Marktredwitz 120 Flüchtlinge und Asylsuchende unterbringen. Bild: jr
Politik BY
Bayern
22.07.2015
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Jetzt ist rasches Handeln angesagt. Der Landkreis Wunsiedel bereitet sich auf die Unterbringung von weiteren Flüchtlingen und Asylbewerbern vor. Erste Bleibe soll der frühere Marktredwitzer Milchhof sein.

"Nächste Woche kommen bis zu 120 Flüchtlinge und Asylsuchende", informierte Manfred Söllner, Fachbereichsleiter Sozialwesen am Landratsamt Wunsiedel, am Dienstag bei einem Pressegespräch. Mit am Tisch saßen Oberbürgermeister Oliver Weigel und Thomas Edelmann (Landratsamt). Untergebracht werden sollen die Asylsuchenden vorübergehend im alten Milchhof in Marktredwitz, der dafür umgebaut wird. "Die Zahl der Flüchtlinge und Asylsuchenden im Landkreis Wunsiedel steigt stetig an", wusste Oberbürgermeister Oliver Weigel. Seinen Worten zufolge werden sich die Zahlen dramatisch erhöhen. "Wir suchen dringend nach Unterbringungsmöglichkeiten", erläuterte Weigel, der aber eine Benützung von Schulturnhallen möglichst ausschließen will. Thomas Edelmann berichtete, dass an Spitzentagen bis zu 1400 Menschen nach Bayern kommen und "die müssen untergebracht werden". Der Landkreis Wunsiedel sei darauf vorbereitet. Auch Edelmann betonte, dass man von der Unterbringung in Schulturnhallen möglichst absehen will, schließlich sollen Sportunterricht und Vereinsleben weiterlaufen. Sein Dank galt der Stadt Marktredwitz, die den alten Milchhof als Unterkunft zur Verfügung stellt.

Laut Manfred Söllner muss der Landkreis Wunsiedel jede Woche elf Kontingentflüchtlinge aufnehmen; dazu kommen jetzt weitere 120 Menschen. Aus welchen Nationen die Menschen kommen, ihre Altersstruktur, ob Familien dabei sind - auf all diese Fragen konnte er keine Antwort geben. Wie lange die 120 Asylsuchenden in Marktredwitz bleiben, sei offen. Die Kosten für den Umbau des Milchhofs übernimmt die Stadt. "Wir werden uns das Geld von den Behörden zurückholen", kündigte Weigel an. Manfred Söllner wusste, dass aktuell im Landkreis Wunsiedel 544 Flüchtlinge untergebracht sind: 23 von ihnen leben in Lorenzreuth und 12 unbegleitete Jugendliche in Marktredwitz. Der Großteil der Flüchtlinge hat in Wunsiedel (150), Selb (113), Arzberg (100) und in Röslau (61) ein Dach über dem Kopf.

Oberbürgermeister Oliver Weigel sprach von einer Riesenherausforderung für Landkreis und Kommunen. "Dies wird ein großer Kraftakt." Bei der Betreuung hofft Weigel auch auf ehrenamtliche Helfer.
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