Heimatminister Markus Söder unterzeichnet Mietvertrag für Büroräume im Ost-West-Kompetenzzentrum
Schon im Juli ziehen Beamte ein

"Hier in der Region stehen wir vor der größten Strukturherausforderung auf nationaler Ebene", sagte Finanzminister Markus Söder bei der Vertragsunterzeichnung im Marktredwitzer Rathaus. Links im Bild Oberbürgermeister Oliver Weigel. Bild: fph
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Bayern
31.03.2016
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Marktredwitz. Die Passantin dreht sich verwundert noch einmal um. "Der am Kofferraum, der kommt mir doch bekannt vor", murmelt sie. In der Tat: Noch ehe die Stadt Marktredwitz am Mittwochmorgen so richtig erwacht, macht sich Minister Markus Söder auch schon wieder auf den Weg. So unauffällig, wie er in seinem legeren braunen Outfit gekommen war. Trotz der Osterferien hatte der Finanz- und Heimatminister einen wichtigen Job in Marktredwitz zu erledigen. "Mit der Unterzeichnung des Mietvertrags für 390 Quadratmeter Büroräume im Ost-West-Kompetenzzentrum ist ein wichtiger Schritt zur beschlossenen Behördenverlagerung getan", freute sich Söder. Und mit ihm Oberbürgermeister Oliver Weigel. Im Juli sollen bereits die 28 ersten Beschäftigten ihr neues Quartier beziehen.

Überpünktlich


"Die Laune ist bestens, nur freundliche Gesichter, was uns dem Anlass entsprechend auch zusteht", strahlte der OB, als er den Minister im großen Saal des Rathauses begrüßte. Überpünktlich war Söder zehn Minuten vor neun Uhr bereits in den Markt eingefahren, ohne großes Tamtam. Lediglich ein Polizeiauto hatte gegenüber des Rathauses Posten bezogen. "Mittelfristig erhält Marktredwitz durch die Behördenverlagerung 85 hochqualifizierte Arbeitsplätze im neu zu errichtenden Kompetenzzentrum für landwirtschaftliche Förderprogramme und im Servicezentrum Bayer-Server", versprach der Minister bei der Unterzeichnung des Mietvertrags. "Dies ist ein Meilenstein zur Umsetzung der beschlossenen Verlagerung und zur Stärkung des Behördenstandorts Marktredwitz." Die Anmietung der Büroräume im Ost-West-Kompetenzzentrum ermögliche den frühzeitigen Start der beiden neuen Behörden, die in der Zukunft in einem neuen Bau im Zentrum der Stadt untergebracht werden sollen. "Wir waren anfangs von fünf Jahren ausgegangen, jetzt können wir schon ein Jahr nach dem Beschluss der Behördenverlagerung damit anfangen", so Söder. Das Servicezentrum Bayern-Server des Landesamts für Digitalisierung, Breitband und Vermessung starte mit acht Spezialisten, deren Zahl im Endausbau auf 25 ansteigen werde, kündigte der Minister an. "Das Zentrum ist eine IT-Serviceeinheit des Freistaats für staatliche Behörden, insbesondere in der Betreuung von IT-Entwicklungsprojekten." Im Kompetenzzentrum Förderprogramme der bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft würden Fördermaßnahmen aus den Bereichen Ernährung und Landwirtschaft abgewickelt. "Zunächst bauen 20 Fachleute die Einrichtung auf, mittelfristig folgen weitere 40 hochqualifizierte Arbeitsplätze", stellte Söder in Aussicht. Neben diesen beiden Einrichtungen entstehe eine neue Justizvollzugsanstalt mit 186 Arbeitsplätzen. Außerdem würden in Wunsiedel fünf hochqualifizierte Arbeitsplätze des regionalen IT-Zentrums "BayernLab" angesiedelt.

"Hier in der Region stehen wir vor der größten Strukturherausforderung auf nationaler Ebene. Es gibt nichts Vergleichbares", bekannte Söder, dass vor allem im Landkreis Wunsiedel dringender Handlungsbedarf besteht. Schon als junger Generalsekretär habe er gespürt, "dass wir in Bayern ein Ungleichgewicht in der Entwicklung haben". Zwar könne er aus Marktredwitz kein neues München machen, "aber wir können den ländlichen Raum so stärken, dass die jungen Menschen da bleiben und vielleicht sogar zurückkehren", meinte der Finanz- und Heimatminister. "Heute kannst du rund um die Uhr an allen Orten arbeiten", brach er eine Lanze für weitere Behördenverlagerungen raus aus den Ballungszentren. Zumal es in den kommenden Jahren eine hohe Zahl von Pensionierungen bayerischer Staatsbeamter geben werde, wolle man deren Stellen versetzen und mit Menschen hier aus der Region besetzen, sicherte der Minister zu. Er versprach eine "Riesen-Nummer", wenn auch noch das Gefängnis in Marktredwitz gebaut werde, was Bau und Handwerk mitziehe. "Das ist wie eine kleine Bundeswehr-Kaserne, nur dass hier keiner rauskommt", scherzte er.

Gut angekommen


"Mit Hilfe des Landrats haben sich die Bürgermeister aller 17 Kommunen hinter die Entscheidung gestellt, die Justizvollzugsanstalt in Marktredwitz anzusiedeln", dankte Oberbürgermeister Oliver Weigel. Das sei auch bei der Staatsregierung gut angekommen, versicherte Minister Markus Söder.

Viele Milliarden"Es gibt noch jede Menge Ideen und Pläne, die wir auch im Landkreis Wunsiedel umsetzen könnten", meinte Minister Markus Söder bei seinem Besuch in Marktredwitz. "Wir müssen aber erst die Asyl-Herausforderung deutlich durchstrukturieren." Das koste viele Milliarden Euro, verdeutlichte Söder. "Da baue ich zwei Unis für das Geld im Jahr", fügte er hinzu. Denn die Kosten dafür entsprächen dem Etat von Umwelt, Wirtschaft und Gesundheit zusammen. (fph)
Wir waren anfangs von fünf Jahren ausgegangen, jetzt können wir schon ein Jahr nach dem Beschluss der Behördenverlagerung damit anfangen.Minister Markus Söder
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