Herrmann: Bedrohungslage in Bayern unverändert akut
Innenminister warnt vor Terrorzellen und "einsamen Wölfen"

Politik BY
Bayern
01.08.2016
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München. Nach den mutmaßlich islamistischen Anschlägen von Würzburg und Ansbach hat Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) die Warnung vor Terrorzellen und vor radikalen Einzeltätern erneuert. Die Bedrohungen durch Extremisten und Terroristen seien auch im ersten Halbjahr 2016 nicht geringer geworden, sagte Herrmann bei der Vorstellung des Halbjahresberichts des Verfassungsschutzes am Montag in München. Auch aufgrund der Anschläge in Paris und Brüssel müsse man "mit gesteuerten und planmäßig agierenden Terrorzellen rechnen". Außerdem müsse man im Blick haben, dass die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) "die Flüchtlingsroute nutzt, um Anschläge durchzuführen". Zudem warnte der Innenminister: "Auch von radikalisierten Einzeltätern, den sogenannten einsamen Wölfen, geht eine hohe Gefahr aus."

Eine besondere Gefahr sieht Herrmann weiterhin in Islamisten, die in Kriegsgebiete unter anderem in Syrien ausreisen, dort eventuell Kampferfahrung sammeln und dann zurückkehren. Aktuell seien mehr als 90 Personen aus Bayern dorthin ausgereist oder beabsichtigten dies.

Die Zahl von Angriffen und anderen Straftaten gegen Asylbewerberunterkünfte ist innerhalb eines Jahres drastisch gestiegen. Im ersten Halbjahr 2016 wurden 65 politisch motivierte Straftaten gegen solche Unterkünfte gezählt. Das entspricht einer Zunahme von 261 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2015 (18 Straftaten).
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