Herrmann gegen Pauschalüberwachung aller Asylunterkünfte
Warnung vor Überreaktion

Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Bild: Huber
Politik BY
Bayern
05.06.2016
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München/Düsseldorf. Trotz der Zerschlagung einer mutmaßlichen Terrorzelle unter eingeschleusten syrischen Asylbewerbern lehnt der bayerische Innenminister Joachim Herrmann eine Komplettüberwachung aller Flüchtlingsunterkünfte ab. Der CSU-Politiker plädierte stattdessen für mehrere Schritte: eine noch engere Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden, die Fortsetzung der Grenzkontrollen, genaue Einzelprüfung der Asylanträge auch bei Syrern und die nachträgliche Abnahme von Fingerabdrücken sämtlicher in die EU gekommener Asylbewerber.

Herrmann warnte vor Überreaktionen. "Wir können nicht pauschal alle Asylunterkünfte dauerhaft überwachen." Ein IS-Extremist reiste nach Angaben des CSU-Politikers über Bayern ein. Nach den Ermittlungen der Bundesanwaltschaft sollten sich zwei Attentäter in Düsseldorf in die Luft sprengen, weitere sollten mit Schusswaffen Menschen töten.

Unterdessen ist ein Münchener Islamist trotz Verbots ausgereist. Er sei bereits am 8. Mai 2015 "unter konspirativen Umständen" in die Türkei gereist, sagte ein Sprecher des bayerischen Innenministeriums. Gegen den Mann wird weiter ermittelt. Es bestehe der Verdacht, dass er in ein Terrorcamp reisen und sich am Kampf in Syrien beteiligten wollte, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft München I.
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