Hochsicherheitsgerichtssaal eröffnet im Gefängnis Stadelheim
Sicherer Prozess

Justizminister Winfried Bausback (CSU) auf dem Weg in den unterirdischen Hochsicherheits-Gerichtssaal in Stadelheim. Bild: dpa
Politik BY
Bayern
05.09.2016
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München. Um Platzprobleme etwa bei besonders großen Terrorprozessen zu lösen, hat München in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Stadelheim jetzt einen neuen Hochsicherheits-Gerichtssaal. Nach Angaben des Justizministeriums war der neue Saal nötig, weil die Zahl der Strafprozesse im Zusammenhang mit dem internationalen Terrorismus, in Staatsschutzsachen und gegen Mitglieder der Organisierten Kriminalität immer weiter zunimmt. Angeklagte, die in dem Gefängnis untergebracht sind, können nun direkt durch einen Tunnel in den unterirdischen Saal geleitet werden. Aufwendige Transporte mit Polizeikonvoi entfallen. Die Eingänge sind mit Sicherheitsschleusen ausgerüstet, die Decken explosionssicher, aufwendige medientechnische Anlagen wie Videokonferenzanlagen und mobile Kameras sorgen für eine gute Kommunikation im Saal. "Die bayerische Justiz erhält heute einen hochmodernen Gerichtssaal, der speziell auf die Bedürfnisse von Staatsschutzverfahren und vergleichbaren Prozessen mit hohen Sicherheitsanforderungen ausgerichtet ist", sagte Bayerns Justizminister Winfried Bausback am Montag bei der Schlüsselübergabe. Im Freistaat ist der Hochsicherheitsgerichtssaal einzigartig, bundesweit gibt es nur einen vergleichbaren Saal in Düsseldorf. Maximal 250 Menschen haben in dem 270 Quadratmeter großen Saal Platz, der von hellem Holz und Tageslicht dominiert ist, das durch die vergitterten Dachfenster dringt. Inklusive einer neuen Turnhalle für die JVA kostete das Projekt rund 17 Millionen Euro, die Bauzeit betrug zweieinhalb Jahre.

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