Horrorvision für Bayern: Hitze und kaum Schnee

Die Schneeverhältnisse in 1000 Metern Höhe wird es künftig nur noch in 2000 Metern Höhe geben.
Politik BY
Bayern
03.12.2015
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Ein Winter mit Schnee und Eis könnte in wenigen Jahrzehnten der Vergangenheit angehören. Bayerns Umweltministerin Ulrike Scharf malt im Landtag ein düsteres Klimaszenario an die Wand.

Der Klimawandel wird auch auf Bayern dramatische Auswirkungen haben. Das geht offenbar aus dem noch nicht veröffentlichten Klimareport Bayern 2015 hervor, aus dem Scharf in einer Regierungserklärung zitierte. Demnach könnte sich die Durchschnittstemperatur im Freistaat bis zum Ende des Jahrhunderts um weitere bis zu 4,5 Grad erhöhen. Schon heute fallen neun der zehn wärmsten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1871 in die Zeit seit 1990, sagte Scharf.

Die Folgen wären laut der Ministerin eine Versechsfachung der extremen Hitzetage im Sommer auf 30 und im Winter bis zu 60 Schneetage weniger sowie praktisch keine Eistage mit einer Höchsttemperatur von null Grad. "Die Schneeverhältnisse in 1000 Metern Höhe wird es künftig nur noch in 2000 Metern Höhe geben", erklärte Scharf. Der Winter dürfte damit in den Mittelgebirgen nur noch selten ein Gastspiel geben. Bei alledem sollen sich auch die Wetterextreme wie Hochwasser, Stürme oder Trockenheiten häufen. Doch auch Klimaveränderungen in anderen Weltregionen werden laut Scharf direkte Auswirkungen auf Bayern haben. Bis 2050 sei weltweit mit rund 200 Millionen Umweltmigranten zu rechnen. "Es kann uns also nicht gleichgültig sein, wenn in Afrika, Teilen Asiens und selbst in Südeuropa Millionen von Menschen ihre Lebensgrundlagen verlieren." Scharf will die Klimaforschung vorantreiben, den Ausstoß klimaschädlicher Gase reduzieren und Bayern an die Folgen des Klimawandels anpassen. Geschehen soll dies durch nationale und internationale Kooperationen. Außerdem soll die Energie- zu einer Klimawende weiterentwickelt werden. Dafür gab Scharf als Ziel die Absenkung des CO2-Ausstoßes von derzeit sechs auf unter zwei Tonnen pro Kopf der Bevölkerung bis 2050 aus. Als einziges neues Projekt kündigte Scharf ein Aktionsprogramm "Rohstoffwende Bayern" an, das auf verstärktes Recycling und schadstofffreie Produktionskreisläufe setzt.

SPD-Fraktionschef Markus Rinderspacher bezeichnete die Ausführungen Ulrike Scharfs angesichts der auch für Bayern erkennbaren Alarmzeichen eine "Regierungserklärung mit null Substanz". Scharf habe kein Wort über den klimaschädlichen Flächenverbrauch in Bayern verloren. Der Ausbau erneuerbarer Energien stagniere und für die energetische Gebäudesanierung würden zudem die Mittel gekürzt. Benno Zierer (Freie Wähler) kritisierte, Scharf habe nicht erläutert, wie sie die angestrebte Verminderung des CO2-Ausstoßes erreichen wolle.
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